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Die Wanderung wird geführt von geführt von Christina & Erwin Horstmann Weber.

Wann: Samstag, 08. Oktober 2022

Weitere Informationen und Anmeldung bei der Regionalgruppenleitung Peter Hauffe, Tel.: 06231-1053

Die Energiewende als Krimi: Bernd Küpperbusch liest in der Stadtbibliothek Bremen

Norwegen als Lieferant von Gas, Erdöl und Strom zur Kompensation der fehlenden russischen Lieferungen, das ist ein Thema von großer Aktualität. Speicherung und Transport von Energie sind zu lösende Probleme. Damit hatte sich schon ein Projekt der AEG ab 1942 in der Zeit der deutschen Besetzung Norwegens beschäftigt. Der Ingenieur Küpperbusch, Großneffe des damaligen Projektleiters im Norden Norwegens, fand Unterlagen der geheimen Forschungsstation auf dem Dachboden. Ziel des Projektes war der Bau eines Superspeichers und eines Stromtankers für den Transpost. Für den Speicher gab es bereits einen Prototypen. Küpperbusch verpackt nun diese an sich schon spannende Geschichte in eine Spionage- und Krimihandlung, die im besetzten Norwegen, in der DDR und in der Zeit nach der Wiedervereinigung spielt. Das Buch, bereits 2016 im Bremer Kellner-Verlag erschienen, ist durch den Krieg in der Ukraine und die möglichen Energieprobleme im kommenden Winter hoch aktuell – und durch die eher nebenbei erzählten, kurzweiligen technischen Erläuterungen des Autors gut verständlich. Uwe Dammann empfahl im „Weser-Kurier“ den Kriminalroman bereits am 27.8.2016: Er ist „jedenfalls weder zu textlastig noch langweilig, und der Autor verrät mit fundierten Kenntnissen politische und technische Geheimnisse, die sechs Dekaden umspannen. Obendrein fließt viel Lokalkolorit aus großer norwegischer Landschaft in die Handlung mit ein- und eine Liebesgeschichte, auf die der Autor allerdings auch hätte verzichten können“.


Auf Einladung der Bremer Regionalgruppe der Deutsch-Norwegischen Freundschaftsgesellschaft e.V. (www.dnfev.de) und des Kellner-Verlags liest der Autor aus seinem Kriminalroman am 18. Oktober 2022 um 18.00 Uhr in der Krimibibliothek der Stadtbibliothek, Am Wall 201, 2. OG. Der Eintritt ist kostenlos. Gäste werden um Anmeldung gebeten: Tel.: 0175-2033113 (Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!)

 

 

 

 

Getreidefeld

(c) Pixabay

 

Am 28. Juli, dem „Earth Overshoot Day“, hat die Weltbevölkerung alle Rohstoffe und sonstigen Resourcen der Erde aufgebraucht, die in einem Jahr produziert werden können. Dieser „Überverbrauchstag“ rückt von Jahr zu Jahr immer weiter vor: 1980 fiel er noch auf Ende November, 2000 auf Anfang September.
Norwegen hat seinen Anteil an erneuerbaren Resourcen bereits am 12. April dieses Jahres aufgebraucht. Würden alle Länder so leben, bräuchten wir mehr als dreieinhalb Erden. Darüber hinaus ist in diesem Land das “Brauchen und Wegwerfen“ so verbreitet wie nirgendwo sonst in Europa.
Kein anderes Land in Europa ist so schlecht im Wiederverwerten wie Norwegen: Nur 2,4 % der benutzten Waren gehen in den Kreislauf der Wiedergewinnung. Das bedeutet, dass über 97% von allem, was gekauft wird, in den Müll wandert. Nicht viel besser sieht es übrigens in Schweden aus, wo 3,4% der Waren recycelt werden, der global Durchschnitt liegt immerhin bei 8,6%, am besten darin sind die Niederlande mit 24,5%.
Einar Kleppe Holthe von der Organisation Nordic Circular Hotspot (https://nordiccircularhotspot.org/aboutus ) verweist darauf, dass sich die Norweger so weit von der Natur abgekoppelt haben, dass es für sie existenzbedrohlich wird. Sie müssten andere Typen von Werten schaffen, wo Qualität wichtiger ist als Quantität – das Verständnis dafür, was wichtig und richtig ist, müsste neu definiert werden.

 

 

 

 

Die Bezeichnung „Hundstage“ für die heißeste Zeit des Jahres zwischen 23. Juli und 23. August gibt es im ganzen indo-europäischen Sprachraum. Sie entstand ursprünglich im Römischen Reich, als um diese Zeit das Sternbild „Großer Hund“ mit dem Hauptstern Sirius (auch „Hundestern“) am Nachthimmel zu sehen war; bis zu unserer Zeit hat sich dessen erstes Erscheinen aber gut vier Wochen bis Ende August verschoben.

In Norwegen ranken sich etliche Mythen um diese „Hundedagene“.
In den heißesten Tagen im Jahr wurden in Zeiten ohne richtige Kühlmöglichkeiten Lebensmittel leicht schlecht, Milchprodukte schnell sauer, Fleisch verdarb, und mit Fisch und anderen Meerestieren musste man extra vorsichtig umgehen – das galt bis in die vorletzte Generation der Menschen in Norwegen. Diese Beobachtungen wurden im Lauf der Jahrhunderte ausgeschmückt und führten zu allerlei Aberglauben. Auch heute sind noch solche Behauptungen zu hören:

  • In diesen Tagen lässt sich Sahne nicht schlagen. Das hat nichts mit der Wärme zu tun, sondern liegt an der (verwunschenen) Zeit.
  • Hunde werden leicht verrückt und ungehorsam., weil gefährliche Kräfte und Gifte selbst das friedlichste Tier zur Bestie machen können. Deshalb sollte ein Hund in diesen Tagen nie einen Klaps bekommen.
  • Es ist nicht erlaubt, zu Ader gelassen zu werden (heutzutage: Blut zu spenden): Das führt zu Schwermut, Selbstmord oder Irrsinn.
  • Körperliche Gefahren drohen den Menschen: Wer sich auf den Boden setzt, bekommt Hautkrankheiten oder Abszesse, Wunden heilen in dieser Zeit ganz schlecht.
  • In dieser Zeit reinigen sich die Gewässer: alles wird an die Wasseroberfläche getrieben, auch die Leichen von Menschen, die auf See verschwunden sind. Deshalb ist alles Wasser vergiftet, so dass man keinesfalls darin baden darf.
  • In den Hundstagen geborene Menschen oder Tiere sind oft missgestaltet: sie haben 12 Zehen, fünf Beine oder zwei Köpfe.
  • Viele weiße Wolken am Himmel in den Hundstagen verheißen viel Schnee im kommenden Winter.

Wenn die Hundstage dann am 23. August vorbei sind, kann man erleichtert aufatmen: Alles kann wieder seinen normalen Gang gehen. Der Tag danach ist Barsok (St. Bartholoäus); er gilt als der erste Tag im Herbst – was aber an diesem Tag den Sagen nach alles passieren soll, ist eine andere Geschichte…

 

 

 

Getreidefeld

(c) Pixabay

 

Der 22-jährige Kevin Brekken Ramsfjell schrieb ein neues Kapitel in Sachen „Norge på langs“: Er brauchte zehn Tage und zehn Stunden, um Norwegen vom Nordkapp nach Lindesnes auf Rollskiern zu durchqueren. Wie das NRK am 26. Juli berichtete, stellte er damit einen neuen Rekord auf.
Die bisherige Rekordzeit lag bei 21 Tagen. Sein Ziel war es, die Strecke in 13 Tagen zu bewältigen. Seine letzte Etappe startete er in der Umgebung von Eidsvoll am Morgen des 25. Juli; die Strecke von 484 Kilometer bis Lindesnes schaffte er bis zum Morgen des nächsten Tages um 10 Uhr in einem Stück.
Nach seinen Aussagen waren die größten Herausforderungen, nachts genug Schlaf zu bekommen – zwischen drei und sechs Stunden jede Nacht mussten genügen.
Eigentlich ist Kevin ein Ultralangläufer. Die Idee, Norwegen zu durchqueren, kam ihm vor zwei Jahren; er glaubte aber, dass er dazu noch bessere Voraussetzungen mitbringen müsste. Also entschloss er sich, dies auf Rollskiern zu tun. Aufgegeben hat er diesen Gedanken aber noch nicht: „Meine Erfahrungen aus dieser Tour helfen mir sicherlich beim Ultralauf weiter“ hofft der neue Rekordhalter.

 

 

 

 

Getreidefeld

(c) Pixabay

 

In Norwegen wird Getreide angebaut: Gerste, Hafer, Roggen und Weizen. In den letzten Jahren gingen davon 20% in die menschliche Ernährung, der Rest wurde zu Tierfutter; auch insgesamt ist es aber kaum die Hälfte des Bedarfs für den menschlichen Bedarf.
Nachgefragt werden hauptsächlich Produktenaus Weizenmehl, ihr Anteil in den letzten Jahren lag bei 82% der Getreideprodukte.
Bis 1995 gab es eine staatliche Bevorratung von Lebensmittelgetreide und Mehl, die den Jahresbedarf der Bevölkerung deckte; danach wurde sie auf ein halbes Jahr herabgesetzt, im Jahr 2003 ganz abgeschafft. Noch 2019 weigerte ich die Regierung, diese Vorratshaltung von Getreide wieder aufzunehmen, weil man sich nicht vorstellen konnte, dass die Versorgungswege abgeschnitten werden könnten. Stattessen wurde einige der Getreidesilos zu anderen Zwecken umgebaut. In Oslo wurde der Silo in Grünerløkka ein Studentenheim – als Speicher für Mehl könnte er den Bedarf der Osloer Bevölkerung für dreieinhalb Monate fassen.
Würden die Grenzen geschlossen und die Küsten abgesperrt, wären drei bis sechs Monate später die Supermarkt-Regale fast leer: Kaffee, Tee, Zucker, Orangesaft, Reis. Mais, Olivenöl, viele Obst- und Gemüsesorten gäbe es nicht mehr.
Könnten Lebensmittel aus heimischer Produktion das Fehlende ersetzen?
Jedes Jahr verspeisen die Norweger 63 Millionen Hähnchen. Ihre Aufzucht und Schlachtung erfolgt in großen automatisierten Fabrikanlagen. Dazu sind – wie auch für Kühe und Schweine – große Mengen Kraftfutter aus Soja nötig. Norwegen hat zwei große Hähnchen-Produzenten, die die dazu notwendigen Eier aus dem Ausland beziehen: aus Schottland via Schweden bzw. aus Frankreich – pro Lastwagen 10 000 Eier, mehrere in der Woche. 2020 wurden 1,8 Mio Eier aus dem Ausland importiert. Würden die Grenzen geschlossen werden, könnten die im Land befindlichen Eier eine Zeitlang zur Weiterzucht verwendet werden; nach längerer Zeit würden aber durch fortgesetzte Inzucht Krankheiten unter den Tieren auftreten.
Und das Problem mit dem fehlenden Tierfutter ist dann auch noch nicht gelöst: 30 000 Tonnen Sojabohnen kommen jeden Monat in Frederikstad an; der größte Teil der Fleisch- und Milchproduktion in Norwegen ist davon abhängig. Bei deren Ausbleiben müsste die Geflügel- und Rinderzucht drastisch eingeschränkt werden. Das gleiche Schicksal würde auch die Lachsindustrie erleiden. 1,3 Millionen Tonnen Lachs mit einem Wert von über 81 Milliarden NKr wurden im Jahr 2020 exportiert; 90% des dafür notwendigen Futters wurde importiert, aus der EU, aus Schweden, Brasilien, Indien und sogar aus Russland. Käme kein Nachschub, wären die Futtervorräte innerhalb weniger Wochen aufgebraucht.
Norwegen steht mit einem Selbstversorgungsgrad mit Lebensmitteln von nicht einmal 50% in den letzten 10 Jahren an letzter Stelle in der ganzen Welt.