Jonasson - Frost

Der junge Helgi untersucht für eine Abschlussarbeit seines Studiums im Jahre 2012 die Vorkommnisse in einem Tuberkulose Zentrum im Norden Islands. Um 1983 herum kamen dort eine Krankenschwester und der Chefarzt ums Leben. Die Todesfälle ließen sich nicht eindeutig aufklären, ein zunächst festgenommener Hausmeister wurde nach ein paar Tagen wieder freigelassen. Doch Helgi lässt nicht locker, er findet Zeitzeugen, spricht mit ihnen und anscheinend schreckt er den Mörder von damals auf. Denn es wird ein weiterer Mord an einer Krankenschwester begangen. Was wusste sie? Aufgrund ihres frühen Dienstbeginns hat diese Frau damals die beiden Toten gefunden. Und wurde natürlich auch verdächtigt.
Aber Helgi hat die richtige Spürnase…

Dies ist wieder ein gut lesbarer Krimi aus dem fernen Island. Und er spielt zeitlich früher als der letzte Titel „Dunkel“ aus der Hulda Trilogie. Für diesen Helgi muss nämlich Kommissarin Hulda Hermannsdóttir ihren Schreibtisch räumen und wird in Ruhestand geschickt. Hulda spielt in diesem Roman nur eine kleinere Nebenrolle. Was ein wenig schade ist. Aber der Krimi hält seine Spannung bis zum Schluss und wenn der Leser meint, jetzt wisse er, wer der Mörder ist, so wird er nach wenigen Seiten wieder unsicher. Und nach Hulda ist Kommissar Helgi nun wieder ein Sympathieträger mit einer eigenen interessanten Geschichte.

Ragnar Jónasson, geb. 1967, lebt und arbeitet als Schriftsteller und Investmentbanker in Reykjavik. Die „Hulda Trilogie“ ist preisgekrönt, beginnt aber ungewöhnlicherweise mit dem letzten Band: „Dunkel“. Der Titel: „Insel“ spielt zeitlich davor und „Nebel“, der Anfang, ist 2020 erschienen. Die Rezensionen zu „Dunkel“ und „Insel“ finden Sie auch in der „Nordischen Bücherwelt“.

Rezension: Angelika Steinhäuser

Ragnar Jónasson
Frost
Aus dem Isländischen von Anika Wolff.
Titel des isländischen Originals: „Hvitidauði“
btb Verlag in der Penguin Random House Verlagsgruppe GmbH München 2021,
301 Seiten
ISBN 978-3-442-75931-6
Preis: € 16,00