Kepler-Spiegelmann

Eine 16jährige Schülerin verschwindet auf dem Heimweg, nur eine Mitschülerin beobachtet, dass sie offensichtlich entführt wurde. Jedoch wurde niemals ein Lösegeld verlangt, noch hat die Polizei irgendwelche Hinweise gefunden. Dieses Mädchen wird Jahre später getötet aufgefunden. Sie wurde an einem Spielgerät auf einem Spielplatz aufgehängt.
Gesehen hat es offensichtlich in der Nacht ein Mann, der mit seinem Hund unterwegs war. Kommissar Joona Linna erhofft sich von ihm Hinweise auf den oder die Täter. Linna ist überzeugt davon, dass er etwas weiß, jedoch er weigert sich, zu sprechen. Dieser Zeuge namens Martin ist selbst psychisch geschädigt. Er fühlt sich von seinen toten Brüdern, die in jungen Jahren durch einen Unfall ums Leben kamen, verfolgt. Seine Frau will ihren Mann um jeden Preis schützen, denn er war dabei, als ihre 16jährige Tochter bei einem Eisangel Unfall ums Leben kam. Dieser Unfall hat seinen psychischen Zustand noch debiler gemacht. Jedoch Linna braucht die Aussagen des Zeugen unbedingt, und er überredet beide, den Hypnotiseur Erik Maria Bark zu Hilfe zu nehmen. Die Hypnose, zu der sich Martin bereit erklärt, bringt aber Unvorhergesehenes in Gang…

Auch dieser Thriller von Lars Kepler ist wie seine Vorgänger außergewöhnlich grausam. Aber die Schilderungen der Fantasien psychisch abartiger Menschen, wie sie hier in die Tat umgesetzt werden, übersteigen dann doch das Verständnis „normal“ denkender Menschen. Aber das soll ja wohl der Reiz dieses Thrillers sein. Ich persönlich finde, dass hier ein Grenze überschritten wurde und jeder Leser sollte sich es überlegen, ob er sich die Lektüre zumutet und damit das Risiko eingeht, nachts nicht mehr so gut schlafen zu können. Wer aber ein dickes Fell und gute Nerven hat, der findet hier einen sehr spannenden und ungewöhnlichen Thriller vor.

Lars Kepler ist das Pseudonym der Eheleute Alexandra Coelho Ahndoril und Alexander Ahndoril. Nachdem jeder für sich schon erfolgreiche Romane veröffentlicht hat, haben sie ihre Fähigkeiten zusammengelegt. „Der Hypnotiseur“, ihr erster gemeinsamer Krimi, war ein großer Erfolg. Die Rezension dazu und zu „Lazarus“ finden Sie auch in der „Nordischen Bücherwelt“. Weitere erfolgreiche Titel mit Joona Linna sind: „Paganinis Fluch“, „Flammenkinder“, „Der Sandmann“ und „Ich jage Dich“.

Rezension: Angelika Steinhäuser

Lars Kepler
Der Spiegelmann
Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann und Thorsten Alms
Titel des schwedischen Originals: „Spegelmannen“
Bastei Lübbe AG, Köln 2020, 619 Seiten
ISBN 978-3-7857-2704-1
Preis: € 22,00