100 Herbert Polarfrauen

Jeder Nordland Fan kennt die berühmten Polarforscher. Aber über ihre Ehefrauen weiß man eigentlich so gut wie gar nichts. Dabei haben sie mit ihrem Mut und ihrer absoluten Loyalität gegenüber ihren Ehemännern diesen zu ihrem Ruhm verholfen. Dieses Buch behandelt die Lebensgeschichten von Jo Peary, Eleanor Anne Franklin, Jane Franklin, Emily Shackleton, Kathleen Scott und Marie Herbert.

Jo Peary lebte den Traum einer „vollkommenen“ Polarfrau. Sie begleitete ihren Mann mehrere Male in die Arktis, brachte ihr erstes Kind dort zur Welt und lebte und litt ständig im Schatten ihres charismatischen, besessenen Partners. Sie organisierte eine Rettungsaktion als ihr Mann krank wurde und in höchste Gefahr geriet.
Eleanor Anne Franklin liebte ihren Polarforscher über alles, musste aber sehr früh sterben. Ihre Nachfolgerin, Jane Franklin, war eine sehr abenteuerlustige Frau. In der Zeit um 1850 war es absolut unschicklich für eine Frau, alleine auf große Reisen zu gehen. Jane tat es mit Begeisterung. In Sir John Franklin fand sie den abenteuerlichen Geist, der sie selbst bewegte. Zeitlebens unterstützte sie ihn in allem, was er unternahm. Sie nahm ihm unliebsame Tätigkeiten ab und hatte sehr großen Einfluss auf all seine Aktivitäten.
Emily Shackleton war sehr sanftmütig und duldsam. In ihrem Leben gab es jahrelange Wartezeiten, während Ernst Shackleton auf großer Reise war. Sie war allein auf sich gestellt, musste ihre Kinder durchbringen und gleichzeitig noch für Sponsorengelder sorgen. Nach seinem Tode ordnete sie seine Hinterlassenschaften und zahlte seine Schulden ab.
Kathleen Scott war eine sehr selbstbewusste Frau. Sie suchte einen Vater für einen Sohn, der ein „Held“ werden sollte. In dem erfolgreichen Polarforscher Robert Falcon Scott hatte sie ihn gefunden. Während ihr Mann unterwegs war, lebte sie ihr eigenes Leben, besuchte andere Länder und unterhielt einen großen Freundeskreis. Sie unterstützte ihn so gut sie konnte und nach seinem Tod kämpfte sie für seine Anerkennung, da es umstritten war, ob Scott oder Amundsen als erster den Südpol erreicht hatten.
Marie Herbert ist die Mutter der Autorin. Sie verbrachte mit Ihrem Mann und Kind mehrere Jahre in der Arktis und schrieb Bücher über ihre gemeinsamen Erlebnisse. Wo sie es konnte, unterstützte sie ihn. Aber ihre Rolle als Schriftstellerin, Mutter, Ehefrau und Verbündete des Polarforschers forderte auch seinen Preis.

Kari Herbert, geb. 1970, war 10 Monate alt, als sie mit ihren Eltern in den hohen Norden Grönlands fuhr. Sie wuchs dort in einer Inuit Familie auf. Heute arbeitet sie als Autorin, Journalistin und Fotografin in London.

Rezension: Angelika Steinhäuser

Kari Herbert
Polarfrauen
Mutige Gefährtinnen großer Entdecker
Aus dem Englischen von Frank Auerbach, Theresia Übelhör und Linde Wiesner
Piper Verlag GmbH, München 2010, 367 Seiten
ISBN 978 3 89029 382 0
Preis: 22,95 €