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Wer als Ausländer längere Zeit in Norwegen leben möchte, muss sich entweder bei der Polizei als in Norwegen wohnhaft registrieren lassen (wenn er aus dem Europäischen Wirtschaftsraum – EU + Island + Liechtenstein – kommt) oder eine Aufenthaltsgenehmigung zum Zweck der Arbeit beantragen.
Über diesen Personenkreis veröffentlichte das Norwegische Amt für Statistik für das Jahr 2021 folgende Zahlen:
Aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zogen im Jahr 2021 genau 24 597 Menschen nach Norwegen, 14 429 der Arbeit wegen. Mehr als 5000 davon kamen aus Polen, mehr als 2000 aus Litauen.
Aus Polen kamen auch insgesamt die meisten Einwanderer, also auch beispielsweise Familienangehörige; sie stellten mit fast 7000 Personen die größte Gruppe. Platz 2 in dieser Kategorie belegen die Deutschen mit fast 3000 Personen.
Insgesamt wurden 4 145 Aufenthaltsgenehmigungen für Arbeitskräfte ausgestellt. Zum ersten Mal mussten Briten um eine solche nach den Regeln der Nicht-EWR-Staaten nachsuchen. Sie waren damit in dieser Gruppe am stärksten vertreten mit 1 321 Personen. Ihnen folgten zahlenmäßig Inder mit 1112 Erlaubnissen.

Die Gründe, warum Menschen ihr Heimatland verlassen, mögen vielfältig sein. Für die Einwanderer, die in Norwegen arbeiten, lohnt es sich jedenfalls aus finanzieller Hinsicht – auch wenn die Lebenshaltungskosten deutlich über denen anderer europäischer Länder liegen. Nirgendwo in Europa gibt es höhere Durchschnittsgehälter – und die stiegen in den letzten Jahren auch noch merkbar.
Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeitnehmers in Norwegen lag im Jahr 2019 monatlich bei 4 500 €. Allerdings verdienten selbst in dem Land, in dem die Gleichstellung der Geschlechter oberste Priorität hat, Frauen immer noch ca. 14 % weniger als Männer: 4 760 € bzw. 4 160 €.
Spitzenreiter im Einkommen ist die Bergbaubranche mit mehr als 85 000 € Jahreseinkommen, gefolgt von der Finanz- und Versicherungsbranche mit ca. 80 000 €. Das Schlusslicht bildet der Sektor Beherbergung und Verpflegung mit ca. 38 000 €.

 

 

 

Pilgern auf dem Olavsweg

(c) Bayerisches Pilgerbüro

Die Regionalgruppe Kurpfalz informiert:

Das Bayerische Pilgerbüro bietet vom 23. – 30.07. eine Pilgerreise in Norwegen an: Pilgern auf dem Olavsweg von Oslo nach Trondheim.

Die Tour startet in Oslo und ist eine Kombination aus Busfahrt und Wanderung (ca. 109 km), führt über Lillehammer, auf dem Gudbrandsdalsleden und dem Dovrefjell bis nach Trondheim.

Weitere Details findet Ihr unter https://www.pilgerreisen.de/t-gefuehrte-wanderreise-olavsweg

Die Anmeldung kann direkt beim Veranstalter erfolgen.

 

 

 

 

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(c) Pixabay

 

Neuer Rekord für Fischexporte aus Norwegen

Im letzten Jahr exportierte Norwegen so viel Fisch, dass daraus die Menge von 15 Milliarden Fischmahlzeiten bereitet und damit die Weltbevölkerung zwei Tage lang ernährt werden könnte.
Insgesamt wurden im Jahr 2021 nach Angaben des Norges Sjømatråd 3,1 Millionen Tonnen Fisch im Wert von fast 121 Milliarden Nkr ins Ausland geliefert. Das ist ein Allzeit-Rekord sowohl im Umfang als auch im Wert und entspricht 42 Millionen Mahlzeiten jeden Tag im Jahr.
Den größten Anteil daran hatte der Lachs; mit einem Verkaufswert von 81,4 Millionen Nkr* steigerte sich der Export um 16%. Die exportierten 199 000 Tonnen Dorsch waren fast 10 Milliarden Nkr wert, lagen aber kaum über der Menge des Vorjahres. Makrele und Hering erzielten zweistellige Steigerungsraten, aber auch Forelle und Seelachs legten zu.
In die EU wurden 1,7 Millionen Tonnen Fisch für 70 Milliarden Nkr verkauft, davon allein nach Polen – als „Verteilungsmarkt“ – Fischereiprodukte im Wert von 12,6 Milliarden Nkr und nach Dänemark – als „Transitmarkt“ hauptsächlich für die EU – Erzeugnisse im Wert von gut 10 Milliarden Nkr; nach Asien gingen 585 000 Tonnen mit einem Wert von 23,6 Milliarden Nkr.
Vor Weihnachten 2021 ließ Fischerei- und Meeresminister Bjørnar Skjæran verlautbaren, dass Norwegen seine Exporte außerhalb von Öl und Gas bis 2030 mindestens um 50% steigern möchte – und dazu soll ein starkes Wachstum des Fischexportes beitragen. Nicht auszuschließen sei, dass der Export von Fisch den Wert des Öl- und Gas-Exportes bis 2050 einholt.
* Umrechnung von Norwegischen Kronen in Euro: ca. 10:1

 

 

Norwegischer Sprachrat wählt „Wort des Jahres 2021“

Das „Wort des Jahres“ soll ein mehr oder weniger neues Wort sein, das der Sprachrat hervorheben will, weil es das abgelaufene Jahr geprägt hat, das aber nicht unbedingt seinen Weg ins Wörterbuch findet. Es muss aktuell sein, viel benutzt, „lebenstüchtig“ und von hoher sprachlicher Qualität. Um es zu finden, wird in großen landesweiten und regionalen Zeitungen nach neu aufgetauchten Wörtern gesucht.
Im letzten Jahr war es das Wort „Corona“ – wenig verwunderlich, war die Pandemie doch weltumspannend das Thema Nummer eins.
Wesentlich anders verhält es sich mit dem heuer gewählten Wort „sportsvaske“. Nicht eng mit dem Norwegischen vertraute Personen können rein gar nichts damit anfangen, und selbst mancher Norweger fragt sich, was diese Wahl denn bedeuten soll. Was haben „Sport“ und „waschen, putzen, spülen, …“ miteinander zu tun?
Der Direktor des Sprachrates Åse Wetås erklärt es so: “Das Wort „Sportsvaske“ wird dann verwendet, wenn die Behörden in einem autoritären Land große Sportveranstaltungen dazu benutzen sich in ein besseres Licht zu setzen oder versuchen, dieses Ziel damit zu erreichen, dass sie populäre Sportvereine aufkaufen oder dort als Sponsor auftreten. 2022 sollen solche sportlichen Großveranstaltungen in mehreren Ländern stattfinden, die dafür kritisiert werden, dass sie die Menschenrechte nicht einhalten. Ausgehend von der Kritik an der Austragung der Fußballweltmeisterschaft der Herren in Katar hat sich in diesem Zusammenhang das Wort fest in der norwegischen Sprache verankert.“
Die Autorin und Sprachwissenschaftlerin Helene Uri unterstreicht die große Bedeutung dieser Wahl: „Das ist ein wichtiges politisches Wort. Es ist ein guter Weg, um dieses Problemfeld auf die Tagesordnung zu setzen und die Debatte darüber aufzunehmen. Der Sprachrat hat eine gute Wahl getroffen; so kann man nicht nur in rein sprachlicher Hinsicht über das Wort diskutieren, sondern auch über das, was es aussagt.“
Alles in allem eine mutige Entscheidung des Norwegischen Sprachrates!

 

 

 

Gletscher Nigardsbren

 

Nein – eine frohe Botschaft ist das nicht für Norwegen:
Wie das NRK am 11. Dezember berichtet, haben auch 2021, wie schon in den voran gegangen Jahren, Messungen wieder ergeben, dass sich die meisten untersuchten Gletscher (34 von 36) erheblich zurückgezogen haben.
So ist der Austerdalsfjellbre in Sogn og Fjordane 130 Meter kürzer als zu Beginn des Jahres, in den letzten 20 Jahren verlor er 544 Meter. Der Gråfjellsbre in Hordaland ging in einem Jahr um 66 Meter zurück, die letzten 20 Jahre um fast einen Kilometer. Die entsprechenden Zahlen für den Nigardsbre in Sogn og Fjordane sind 39 bzw. 618 Meter, für den Leirbre in Jotunheimen 23 bzw. 294 Meter.
Dass es in Südnorwegen im letzten Winter weniger geschneit hat als normal, erklärt diesen Rückgang gut. Aber selbst im Norden, wo mehr Schnee als gewöhnlich gefallen ist, war die Schmelze größer als der winterliche Zuwachs: alle 10 gemessenen Gletscher haben wieder eine geringere Schneemasse als im Jahr zuvor; in den letzten 20 Jahren hat sie sich deren Dicke bis zu 30 Meter vermindert.

 

 

 

Vemork Wasserkraftwerk

 

Das Land ist stolz darauf, dass ein ganz großer Teil der im Land benötigten Energie in Form von Strom aus erneuerbaren Quellen äußerst umweltverträglich erzeugt wird. Die Beheizung der Häuser elektrisch, eine rekordhohe Zulassung von Elektrofahrzeugen – keine Belastung der Luft durch Verwendung von fossilen Brennstoffen! Sieht man einmal davon ab, dass die Errichtung eines Wasserkraftwerkes (womöglich an einem voluminösen Stausee) nicht ohne riesige Eingriffe in die Natur erfolgen kann, und erst kürzlich ein Gericht darüber entschieden hat, dass womöglich 150 Windräder wieder abgebaut werden müssen, weil sie die Weidegründe von Rentieren zerstört haben, mag diese Behauptung einen richtigen Kern haben: Läuft die Energiegewinnung erst einmal auf diese Weise, stößt sie keine klimaschädlichen Gase mehr aus.
Ein Vergleich des CO2-Ausstoßes einzelner Länder pro Jahr zeigt das:

  • Russland 1569 Milliarden Tonnen
  • USA 4713 Milliarden Tonnen
  • Norwegen 41 Milliarden Tonnen
  • China 10668 Milliarden Tonnen
  • Großbritannien 329 Milliarden Tonnen

Wird der CO2-Ausstoß allerdings auf die Einwohneranzahl umgerechnet, ergibt sich schon ein anderes Bild; auf jeden Einwohner kommen statistisch in:

  • Russland 10,8 Tonnen
  • USA 14,2 Tonnen
  • Norwegen 7,7
  • China 7,4
  • Großbritannien 4,9