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Anne Holt und Gabriele Haefs

 Dr. Gabriele Haefs (li.) übersetzt Fragen und Antworten für Anne Holt (re.)

Anne Holt erhielt im Oktober den Radio Bremen Krimipreis 2021 als Auszeichnung für die Klarheit, mit der sie gesellschaftlich brennende Konflikte in ihren Romanen thematisiert: von rechtsradikalen Terroranschlägen über Attentate auf hochrangige PolitikerInnen bis zu Doping und Intrigen in einem mächtigen Sportverband. Der Preis ist mit 2.500 Euro dotiert und zählt seit der Erstvergabe 2001 zu den renommiertesten Krimipreisen in Deutschland.
Nachdem Anne Holt von Radio Bremen geehrt worden war, hat sie für die Regionalgruppe Bremen / Nordwestl. Niedersachsen einen Tag später eine Lesung in der Stadtbibliothek Bremen möglich gemacht. Gemeinsam mit ihrer Übersetzerin Dr. Gabriele Haefs gelang Anne Holt ein kurzweiliger Abend, bei dem sie viel in Norwegisch las und diskutierte und die Zuhörer, etliche der norwegischen Sprache mächtig, regen Anteil nahmen. Gabriele Haefs las aus dem neuen Krimi „Ein Grab für zwei“ auf Deutsch und übersetzte in beide Richtungen...

Von Rom zum Nordkap

 (c) Pixabay

An dieser Stelle wurde schon des Öfteren über rekordverdächtige Leistungen berichtet, das Nordkap zu erreichen. Eine weitere aus der Masse dieser Versuche herausragende Variante ist zwei Italienern gelungen:
Fabio Barone und sein Beifahrer Allesandro Tedine starteten Anfang September dieses Jahres mit einem Ferrari F8 Tributo in der Via dei Fori Imperiali nahe dem Kolloseum mitten in Rom. Ihr Ziel: In einer non-Stop-Fahrt das Nordkap zu erreichen. Google maps rechnete ihnen eine Fahrzeit dorthin von 49 Stunden aus – diese Zeit wollten sie unterbieten.
Sie hielten sich die ganze Strecke über an alle Geschwindigkeitsbegrenzungen und gaben nur auf den Autobahn-Abschnitten ohne Geschwindigkeitsbegrenzung in Deutschland Vollgas.
Nach 45 Stunden, 20 Minuten und 27 Sekunden hatten sie ihr Ziel erreicht.

 

 

 

 

 

Er war der erste Mensch, der alleine und ohne Nachschubversorgung auf Skiern und mit Schlitten den Nordpol erreichte. Unter denselben Bedingungen durchquerte er als Erster die Antarktis.

Seit kurzem sind in der von Klaus Isele herausgegebenen POLARBIBLIOTHEK seine drei Bücher...

- Alleine zum Nordpol
Eine packende Schilderung der ersten Solo-Expedition auf Skiern ohne Nachversorgung aus der Luft zum Nordpol.

- Allein durch die Antarktis
1997 gelang dem Norweger Børge Ousland die erste Solodurchquerung der Antarktis über den Südpol ohne Nachversorgung aus der Luft. Knapp 3000 km legte er zu Fuß und auf Skiern zurück. Dabei zog er einen Schlitten, der am Anfang der Expedition knapp 200 kg wog.

- Allein über den Nordpol
Der fesselnde Bericht über die erste Solodurchquerung der Arktis auf Skiern - von Sibirien über den Nordpol bis nach Ostkanada.

... auf Deutsch lieferbar.

Ebenfalls in der Polarbibliothek lieferbar ist Carsten Borchgrevinks Buch
Festes Land am Südpol: Erlebnisse auf der Expedition nach dem Südpolarland 1898-1900

 

 

 

 

Homepage von Simen Holvik (c) Simen Holvik

Norwegen der Länge in einem Stück nach von Süden nach Norden (oder umgekehrt) zu durchqueren – zu Fuß, mit dem Rad oder auf Skiern – ist wohl nicht jedermanns Sache. Gleichwohl übt diese Option auf manche Menschen, die einigermaßen extreme Herausforderungen suchen, einen großen Reiz aus. Berichte über solche Unternehmung gibt es jedes Jahr; die handelnden Personen kommen dabei aus ganz Europa. Manche machen sich allein auf den Weg und tragen ihre persönliche Ausstattung (incl. Zelt) von Anfang bis Ende selbst, andere suchen sich logistische Unterstützung bei Begleitpersonen und -fahrzeugen.
Die Entfernung zwischen Kap Lindesnes im Süden und dem Nordkap wird auf einem Straßen-Wegweiser mit 2518 km angegeben. Eine „richtige“ Route gibt es allerdings nicht; jeder kann sich seinen Weg ganz individuell gestalten; manchmal führt er sogar teilweise auch durch Schweden und/oder Finnland (Ist das dann eigentlich noch strenggenommen „Norge på langs“?). So variieren die tatsächlich abgeleisteten Kilometer zwischen 2500 und 3000. Entsprechend unterschiedlich sind auch die dazu benötigten Zeiten: vier bis fünf Monate sind das Übliche. Die meisten dieser Unternehmungen finden zwischen Mitte Mai und Mitte Oktober von Süden nach Norden statt.
Völlig aus der Reihe fällt jetzt die jüngste Durchquerung: Simen Holvik aus Stavanger startete am 1. Juli dieses Jahres am Nordkap und erreicht am 26. Juli Kap Lindesnes. Seine kürzeste Tagesstrecke war 69 km, die längste 127 km. Mit 26 Tagen (geplant hatte er 30 Tage) hat er nun einen neuen Rekord aufgestellt; der bisherige betrug 42 Tage; er wurde 2010 von Erik Nossum aufgestellt.
Wer ist dieser Simen Holvik? Auf seiner Homepage gibt er an, dass er im Jahr 2015 mit dem Laufen angefangen hat. Nachdem 2019 seine Frau gestorben war und er mit seinen beiden 7 und 9 Jahre alten Kindern allein dastand, konnte er beim Laufen seine innere Ruhe gewinnen. Dies führte zu persönlichen Höchstleistungen: Innerhalb von 24 Stunden lief er 253,355 Kilometer, im Jahr 2020 war er 5.-Bester der Welt in dieser Disziplin, 2019 der Beste im Norden im 24-Stunden-Lauf.

Wer noch mehr über diesen Mann wissen will: https://www.simenpaalangs.no/

 

 

 

 

 

Sandwich - Hamburger

 (c) Pixabay

Die ehemalige Regierungschefin Gro Harlem Brundtland äußerste einmal „Es ist typisch norwegisch gut zu sein“. Auch wenn sie es wohl in Zusammenhang mit sportlichen Leistungen im typisch-norwegischen Winter meinte, mochten es viele Norwegen ganz allgemein verstehen.
An dieses Zitat lehnte sich wohl eine Kommentatorin der norwegischen Tageszeitung VG an, als sie im Juni die Behauptung aufstellte „Det er typisk norsk å være tykk“ – Es ist typisch norwegisch dick zu sein. Sie führt dazu folgende Fakten auf:
70% der Norweger sind übergewichtig. Ein Programm im NRK (öffentl.-rechtl. norweg. Rundfunk/Fernsehen) hat gezeigt, dass Schlankheitskuren keinen Sinn haben, da die meisten Bertoffenen wieder zunehmen.
Auf den Bildern aus den 70-er-Jahren hatten die Leute superenge Röhrenhosen und engansitzende T-Shirts – womöglich ohne auch nur eine einzige Kalorie gezählt zu haben: Sie waren einfach im Ganzen schlank. Aber dann ist etwas passiert: Ende der 80-er-Jahre gab es plötzlich mehr Dicke. Der BMI explodierte zur gleichen Zeit, als ab 1985 Süßigkeiten lose verkauft wurden. Jetzt legt Ole Nordmann, der Durchschnittsnorweger, jedes Jahr ein Kilo zu – meist in den Ferien. Alle sind dicker, auch die Dünnen. Die Beerdigungsinstitute müssen immer mehr XL-Särge anfertigen. Filmproduzenten finden kaum mehr Dünne als Statisten; für den Film „Kon Tiki“ mit einer Handlung in den 1940-er-Jahren mussten mehrere Schauspieler vorher erst eine Diät machen.
Was kam es dazu?
Am Essen liegt es möglicherweise nicht. Im gleichen Maß wie das Körpergewicht zunahm hat der Zuckerverbrauch stagniert; die Hochzeit des Zuckers waren die 70-er-Jahre. Statistiken zeigen auch, dass jetzt mehr Obst und Gemüse gegessen wird als in den 1950-er-Jahren. Auch sieht es danach aus, dass weniger Fett als in den 1970-er-Jahren verzehrt wird. Alles spricht also dafür, dass weniger Zucker und andere Kohlehydrate aufgenommen werden.
Liegt es an der mangelnden Bewegung? Untersuchungen der Universität Tromsø zwischen 1974 und jetzt zeigen, dass selbst inaktive Personen damals schlanker waren als aktive jetzt sind, und junge Menschen sind darüber hinaus heutzutage physisch aktiver als damals. Zu wenig Bewegung kann also nicht die Ursache sein für die Gewichtszunahmen.
Die Erklärungen dafür sind hingegen: Erbgut und Umwelt.
Es gibt eine ganze Reihe „Dickmach“-Gene, und Dicke haben davon offensichtlich viele. So ist z.B. eine Mutation im Gen MC43 dafür verantwortlich, dass Signale an das Appetitzentrum gesendet werden, wieviel Fett bereits abgelagert ist. Bei Kindern mit diesem Gen kommt fälschlicherweise oft das Signal, dass die Fettreserven des Körpers leer sind. Sie sind also ständig hungrig. 18-Jährige mit diesem Gen sind im Schnitt 17 Kilogramm schwerer als die ohne.
Dieses Gen war aber auch schon da, als die Menschen noch dünner waren. Da waren sie aber durch die damaligen Lebensbedingungen geschützt. Für Menschen in der Steinzeit war es wichtig, in einer Welt ohne Supermarkt und Gefrierschrank gute Gene zu haben, die Energiereserven im Körper anlegen konnten. Deshalb ist es für deren Nachfahren nicht leicht in einer Welt mit ständig verfügbarem Nachschub an Lebensmitteln und anderen essbaren Verführungen zu leben und dabei schlank zu bleiben. Und das gilt nicht nur für Norweger.

 

 

 

 

 

Wetterstation

 (c) Pixabay

Der Norwegenfreund steht, so er denn nach Norwegen fahren kann, vor der Frage: Wohin in diesem Jahr?

Vielleicht hilft ihm die folgende Übersicht des norwegischen Meteorologischen Institutes über die durchschnittlichen Wetterverhältnisse der letzten 15 Jahre in verschiedenen Landesteilen für die Entscheidung weiter (veröffentlicht am 13. Juni im NRK):

Niederschläge gibt es für gewöhnlich am meisten im Vestland mit 128 Millimeter, gefolgt von Agder mit 119. Am wenigsten regnet es im Nordnorwegenmit 72 Millimeter, im Østland sind es 95 Millimeter, in Tröndelag nur 90.
Am meisten Sonne ist im Sørland zu finden: In Grimstad scheint sie im Juli durchschnittlich 286 Stunden. Oslo kann noch mit 260 Stunen aufwarten, Tromsø mit 239. 10 Stunden weniger (229) hat Trondheim, Bergen liegt mit 218 Stunden am Ende dieser Skala. Im Sørland und Østland muss man allerdings auch mit den meisten Schauern, am ehesten an den Nachmittagen rechnen.
Aufgrund der langen Sonnenscheindauer zeigt im Østland auch die durchschnittliche Höchsttemperatur mit 25,2° den höchsten Wert. Das Vestland erreicht noch 24°, das Sørland 23,4°. Gleich dahinter liegt aber schon das Nordland mit 23,3°, während Trøndelag nur 22,9° erreicht.