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Alkohol in einer Bar

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Getränke, die mehr als 4,75 Volumenprozent Alkohol enthalten, bekommt man in Norwegen (außer in bestimmten Restaurants und Bars) nur im „Vinmonopol“, einer Reihe eigens dafür eingerichteter Läden; anderen Stätten ist nur der Verkauf von Getränken mit weniger Alkohol erlaubt – und das nicht einmal während der gesamten Öffnungszeiten.
Diese staatliche Ladenkette, die dem Gesundheitsministerium unterstellt ist, gibt es jetzt seit 100 Jahren. Hier die Geschichte dieser für uns ungewöhnlichen Einrichtung:
Möglicherweise ist es die lange winterliche Dunkelheit in Nordeuropa, die schon immer dafür sorgte, dass sich die dort lebenden Menschen diese Situation durch Alkoholkonsum „aufhellen“ wollten. Überlieferungen zufolge waren im 19. Jahrhundert alkoholische Getränke keineswegs Genuss-, sondern ausschließlich Rauschmittel.
Im Jahr 1887 veröffentlichte Sven Aarrestadt, einflussreiches Mitglied der wenige Jahre zuvor gegründeten Abstinenzlerbewegung, sein erstes Buch mit dem Titel „Kom og hjelp oss“ (Komm und hilf uns); weitere Schriften zu diesem Thema mit dem Ziel, ganz Norwegen „trocken zu legen“, folgten. Mit seinen Bemühungen erreichte er, dass 1917 landesweit kein Wein mehr mit mehr als 12 % Alkohol verkauft werden durfte. Von Seiten der Importländer kam es daraufhin zu Handelsboykotten: Portugal sperrte seine Häfen für norwegische Schiffe, Frankreich und Spanien verlangten für norwegischen Fisch so hohe Zölle, dass er dort praktisch unverkäuflich wurde.

Gletscher in Norwegen -Svartisen

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Seit der letzten Messung im Jahr 2006 sind in Norwegen 364 Quadratkilometer Gletscherfläche verschwunden; das entspricht etwa 50 000 Fußballfeldern oder der Größe des Mjösa-Sees, dem größten See des Landes. Insgesamt ist ihre Fläche um 14% zurückgegangen. Das erste Mal registrierte das NVE (Norges Vassdrag- og Energidirektorat), dass Gletscher ganz verschwunden sind: es sind inzwischen 20 weniger.
Seit dem Jahr 2000 steigt die Geschwindigkeit des Abschmelzens immer mehr. So hatte der Breifonn, der einzige Gletscher in Rogaland, im Jahr 1981 noch eine Fläche von 2,6 Quadratkilometer, 2006 nur noch die Hälfte, nun ist er ganz weg.
Im Land sind 350 neue Gletscherseen entstanden. Diese enthalten enorme Wassermengen, die teilweise noch von Eismassen eingedämmt werden. Brechen diese weg, können riesige Überschwemmungen, bekannt als „Gletscherläufe“, für die umliegende Bevölkerung zur großen Gefahr werden.
Die Gletscher schmelzen aber nicht nur in Norwegen. Es gibt auf der Erde ca. 200 000 Gletscher; mit wenigen Ausnahmen werden auch die immer schneller immer weniger, weil die Temperaturen steigen. Wie die Zeitschrift „Nature“ veröffentlicht hat, haben alle Gletscher im Lauf der letzten 20 Jahre zusammen ca. 270 Millionen Tonnen Eis verloren. Deren Schmelzwasser machten die Hälfte des Anstiegs der Meeresoberfläche aus; zurzeit steigt sie um ca. 3,5 Millimeter im Jahr.

Quelle:
https://www.nrk.no/norge/20-isbreer-i-norge-er-na-borte-1.15846004

 

 

fastelavens

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Fastelavn

Dieses Wort ist in ähnlicher Form auch manchen Gegenden Deutschlands bekannt und wird dort mit „Fasching“ oder „Karneval“ gleichgesetzt.
In Norwegen war es ursprünglich die Bezeichnung für den Abend vor der vorösterlichen Fastenzeit, die am „askeonsdag“, dem Aschermittwoch beginnt. Heutzutage wird dieses Fest am Sonntag vorher begangen und oft auf die beiden folgenden Tage ausgedehnt, den „blåmandag*“ und den „fetetirsdag**“. Das Wort soll sich aus dem (platt)deutschen „vastel-avent“ = „Fastenabend“ (der Abend vor dem Fasten) entwickelt haben. Traditionsgemäß wird in den Bäckereien am „bollesøndag“ Hefegebäck angeboten, das mit Schlagsahne oder Vanillecreme gefüllt und mit Puderzucker betreut ist – und unseren Faschingskrapfen sehr ähnlich sieht.
Die Traditionen um fastelavn haben in Norwegen lang zurückreichende Wurzeln und sich mehrere Mal im Lauf der Geschichte stark verändert. Ein alter Brauch ist es immer noch, Birkenreiser zusammenzubinden und mit bunten Federn zu schmücken. Heutzutage werden diese als Dekoration verwendet; sie entstammen aber einem alten heidnischen Brauch: junge kinderlose Hausfrauen wurden damit geschlagen um sie „fruchtbar“ zu machen.
*“Blauer Montag“
Die Herkunft dieses Namens ist unklar. Eine Erklärung ist, dass die liturgische Farbe Violett für die Fastenzeit vielen Gemeinden zu teuer war und sie deshalb den Altar mit einem (billigeren) blauen Tuch bedeckten.
**„fete“ bedeutet „mästen“
D.h., an diesem letzten Tag (Dienstag) vor der Fastenzeit wurde so viel gegessen wie nur möglich war.

Auf unserer Seite ist ein original Rezept der Firma Tine hier zu finden.

Es ist auch als PDF-Download hier verfügbar...

 

 

Kinder, Familie

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Noch nie sind in Norwegen so viele Kinder geboren worden wie im Jahr 2021: Mit 13690 Neubürgern waren es allein im ersten Quartal 2021 700 mehr als im Jahr vorher und damit 3000 mehr als im langjährigen Durchschnitt. Bei den beliebtesten Namen für sie hat sich aber nicht viel geändert.
2012 war zum ersten Mal der häufigste Name für den Mädchen Nora. 2021 lag er mit 409 Neugeborenen an der Spitze und gewann wieder die jahrelange Konkurrenz mit Emma (369). Seit der Jahrtausendwende ist er der am meisten gewählte Name. Die weiteren vorderen Plätze nahmen ein: Sofie, Olivia, Ella, Sofia, Maja/Maia/Maya, Leah, Frida und Ingrid.
402 Jungen erhielten im letzten Jahr den Namen Noa(h), der damit zum ersten Mal auf Platz 1 kam. Oskar schoss mit 370 vom Platz 10 auf Platz 2 vor, dicht gefolgt von Oliver, Lucas, Isak, Aksel, Emil, Filip, Jakob und William.

 

 

Wer als Ausländer längere Zeit in Norwegen leben möchte, muss sich entweder bei der Polizei als in Norwegen wohnhaft registrieren lassen (wenn er aus dem Europäischen Wirtschaftsraum – EU + Island + Liechtenstein – kommt) oder eine Aufenthaltsgenehmigung zum Zweck der Arbeit beantragen.
Über diesen Personenkreis veröffentlichte das Norwegische Amt für Statistik für das Jahr 2021 folgende Zahlen:
Aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zogen im Jahr 2021 genau 24 597 Menschen nach Norwegen, 14 429 der Arbeit wegen. Mehr als 5000 davon kamen aus Polen, mehr als 2000 aus Litauen.
Aus Polen kamen auch insgesamt die meisten Einwanderer, also auch beispielsweise Familienangehörige; sie stellten mit fast 7000 Personen die größte Gruppe. Platz 2 in dieser Kategorie belegen die Deutschen mit fast 3000 Personen.
Insgesamt wurden 4 145 Aufenthaltsgenehmigungen für Arbeitskräfte ausgestellt. Zum ersten Mal mussten Briten um eine solche nach den Regeln der Nicht-EWR-Staaten nachsuchen. Sie waren damit in dieser Gruppe am stärksten vertreten mit 1 321 Personen. Ihnen folgten zahlenmäßig Inder mit 1112 Erlaubnissen.

Die Gründe, warum Menschen ihr Heimatland verlassen, mögen vielfältig sein. Für die Einwanderer, die in Norwegen arbeiten, lohnt es sich jedenfalls aus finanzieller Hinsicht – auch wenn die Lebenshaltungskosten deutlich über denen anderer europäischer Länder liegen. Nirgendwo in Europa gibt es höhere Durchschnittsgehälter – und die stiegen in den letzten Jahren auch noch merkbar.
Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeitnehmers in Norwegen lag im Jahr 2019 monatlich bei 4 500 €. Allerdings verdienten selbst in dem Land, in dem die Gleichstellung der Geschlechter oberste Priorität hat, Frauen immer noch ca. 14 % weniger als Männer: 4 760 € bzw. 4 160 €.
Spitzenreiter im Einkommen ist die Bergbaubranche mit mehr als 85 000 € Jahreseinkommen, gefolgt von der Finanz- und Versicherungsbranche mit ca. 80 000 €. Das Schlusslicht bildet der Sektor Beherbergung und Verpflegung mit ca. 38 000 €.

 

 

 

 

 

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Neuer Rekord für Fischexporte aus Norwegen

Im letzten Jahr exportierte Norwegen so viel Fisch, dass daraus die Menge von 15 Milliarden Fischmahlzeiten bereitet und damit die Weltbevölkerung zwei Tage lang ernährt werden könnte.
Insgesamt wurden im Jahr 2021 nach Angaben des Norges Sjømatråd 3,1 Millionen Tonnen Fisch im Wert von fast 121 Milliarden Nkr ins Ausland geliefert. Das ist ein Allzeit-Rekord sowohl im Umfang als auch im Wert und entspricht 42 Millionen Mahlzeiten jeden Tag im Jahr.
Den größten Anteil daran hatte der Lachs; mit einem Verkaufswert von 81,4 Millionen Nkr* steigerte sich der Export um 16%. Die exportierten 199 000 Tonnen Dorsch waren fast 10 Milliarden Nkr wert, lagen aber kaum über der Menge des Vorjahres. Makrele und Hering erzielten zweistellige Steigerungsraten, aber auch Forelle und Seelachs legten zu.
In die EU wurden 1,7 Millionen Tonnen Fisch für 70 Milliarden Nkr verkauft, davon allein nach Polen – als „Verteilungsmarkt“ – Fischereiprodukte im Wert von 12,6 Milliarden Nkr und nach Dänemark – als „Transitmarkt“ hauptsächlich für die EU – Erzeugnisse im Wert von gut 10 Milliarden Nkr; nach Asien gingen 585 000 Tonnen mit einem Wert von 23,6 Milliarden Nkr.
Vor Weihnachten 2021 ließ Fischerei- und Meeresminister Bjørnar Skjæran verlautbaren, dass Norwegen seine Exporte außerhalb von Öl und Gas bis 2030 mindestens um 50% steigern möchte – und dazu soll ein starkes Wachstum des Fischexportes beitragen. Nicht auszuschließen sei, dass der Export von Fisch den Wert des Öl- und Gas-Exportes bis 2050 einholt.
* Umrechnung von Norwegischen Kronen in Euro: ca. 10:1