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fastelavens

(c) Pixabay

 

Fastelavn

Dieses Wort ist in ähnlicher Form auch manchen Gegenden Deutschlands bekannt und wird dort mit „Fasching“ oder „Karneval“ gleichgesetzt.
In Norwegen war es ursprünglich die Bezeichnung für den Abend vor der vorösterlichen Fastenzeit, die am „askeonsdag“, dem Aschermittwoch beginnt. Heutzutage wird dieses Fest am Sonntag vorher begangen und oft auf die beiden folgenden Tage ausgedehnt, den „blåmandag*“ und den „fetetirsdag**“. Das Wort soll sich aus dem (platt)deutschen „vastel-avent“ = „Fastenabend“ (der Abend vor dem Fasten) entwickelt haben. Traditionsgemäß wird in den Bäckereien am „bollesøndag“ Hefegebäck angeboten, das mit Schlagsahne oder Vanillecreme gefüllt und mit Puderzucker betreut ist – und unseren Faschingskrapfen sehr ähnlich sieht.
Die Traditionen um fastelavn haben in Norwegen lang zurückreichende Wurzeln und sich mehrere Mal im Lauf der Geschichte stark verändert. Ein alter Brauch ist es immer noch, Birkenreiser zusammenzubinden und mit bunten Federn zu schmücken. Heutzutage werden diese als Dekoration verwendet; sie entstammen aber einem alten heidnischen Brauch: junge kinderlose Hausfrauen wurden damit geschlagen um sie „fruchtbar“ zu machen.
*“Blauer Montag“
Die Herkunft dieses Namens ist unklar. Eine Erklärung ist, dass die liturgische Farbe Violett für die Fastenzeit vielen Gemeinden zu teuer war und sie deshalb den Altar mit einem (billigeren) blauen Tuch bedeckten.
**„fete“ bedeutet „mästen“
D.h., an diesem letzten Tag (Dienstag) vor der Fastenzeit wurde so viel gegessen wie nur möglich war.

Auf unserer Seite ist ein original Rezept der Firma Tine hier zu finden.

Es ist auch als PDF-Download hier verfügbar...

 

 

Kinder, Familie

(c) Pixabay

 

Noch nie sind in Norwegen so viele Kinder geboren worden wie im Jahr 2021: Mit 13690 Neubürgern waren es allein im ersten Quartal 2021 700 mehr als im Jahr vorher und damit 3000 mehr als im langjährigen Durchschnitt. Bei den beliebtesten Namen für sie hat sich aber nicht viel geändert.
2012 war zum ersten Mal der häufigste Name für den Mädchen Nora. 2021 lag er mit 409 Neugeborenen an der Spitze und gewann wieder die jahrelange Konkurrenz mit Emma (369). Seit der Jahrtausendwende ist er der am meisten gewählte Name. Die weiteren vorderen Plätze nahmen ein: Sofie, Olivia, Ella, Sofia, Maja/Maia/Maya, Leah, Frida und Ingrid.
402 Jungen erhielten im letzten Jahr den Namen Noa(h), der damit zum ersten Mal auf Platz 1 kam. Oskar schoss mit 370 vom Platz 10 auf Platz 2 vor, dicht gefolgt von Oliver, Lucas, Isak, Aksel, Emil, Filip, Jakob und William.

 

 

Wer als Ausländer längere Zeit in Norwegen leben möchte, muss sich entweder bei der Polizei als in Norwegen wohnhaft registrieren lassen (wenn er aus dem Europäischen Wirtschaftsraum – EU + Island + Liechtenstein – kommt) oder eine Aufenthaltsgenehmigung zum Zweck der Arbeit beantragen.
Über diesen Personenkreis veröffentlichte das Norwegische Amt für Statistik für das Jahr 2021 folgende Zahlen:
Aus dem Europäischen Wirtschaftsraum zogen im Jahr 2021 genau 24 597 Menschen nach Norwegen, 14 429 der Arbeit wegen. Mehr als 5000 davon kamen aus Polen, mehr als 2000 aus Litauen.
Aus Polen kamen auch insgesamt die meisten Einwanderer, also auch beispielsweise Familienangehörige; sie stellten mit fast 7000 Personen die größte Gruppe. Platz 2 in dieser Kategorie belegen die Deutschen mit fast 3000 Personen.
Insgesamt wurden 4 145 Aufenthaltsgenehmigungen für Arbeitskräfte ausgestellt. Zum ersten Mal mussten Briten um eine solche nach den Regeln der Nicht-EWR-Staaten nachsuchen. Sie waren damit in dieser Gruppe am stärksten vertreten mit 1 321 Personen. Ihnen folgten zahlenmäßig Inder mit 1112 Erlaubnissen.

Die Gründe, warum Menschen ihr Heimatland verlassen, mögen vielfältig sein. Für die Einwanderer, die in Norwegen arbeiten, lohnt es sich jedenfalls aus finanzieller Hinsicht – auch wenn die Lebenshaltungskosten deutlich über denen anderer europäischer Länder liegen. Nirgendwo in Europa gibt es höhere Durchschnittsgehälter – und die stiegen in den letzten Jahren auch noch merkbar.
Das durchschnittliche Einkommen eines Arbeitnehmers in Norwegen lag im Jahr 2019 monatlich bei 4 500 €. Allerdings verdienten selbst in dem Land, in dem die Gleichstellung der Geschlechter oberste Priorität hat, Frauen immer noch ca. 14 % weniger als Männer: 4 760 € bzw. 4 160 €.
Spitzenreiter im Einkommen ist die Bergbaubranche mit mehr als 85 000 € Jahreseinkommen, gefolgt von der Finanz- und Versicherungsbranche mit ca. 80 000 €. Das Schlusslicht bildet der Sektor Beherbergung und Verpflegung mit ca. 38 000 €.

 

 

 

Pilgern auf dem Olavsweg

(c) Bayerisches Pilgerbüro

Die Regionalgruppe Kurpfalz informiert:

Das Bayerische Pilgerbüro bietet vom 23. – 30.07. eine Pilgerreise in Norwegen an: Pilgern auf dem Olavsweg von Oslo nach Trondheim.

Die Tour startet in Oslo und ist eine Kombination aus Busfahrt und Wanderung (ca. 109 km), führt über Lillehammer, auf dem Gudbrandsdalsleden und dem Dovrefjell bis nach Trondheim.

Weitere Details findet Ihr unter https://www.pilgerreisen.de/t-gefuehrte-wanderreise-olavsweg

Die Anmeldung kann direkt beim Veranstalter erfolgen.

 

 

 

 

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(c) Pixabay

 

Neuer Rekord für Fischexporte aus Norwegen

Im letzten Jahr exportierte Norwegen so viel Fisch, dass daraus die Menge von 15 Milliarden Fischmahlzeiten bereitet und damit die Weltbevölkerung zwei Tage lang ernährt werden könnte.
Insgesamt wurden im Jahr 2021 nach Angaben des Norges Sjømatråd 3,1 Millionen Tonnen Fisch im Wert von fast 121 Milliarden Nkr ins Ausland geliefert. Das ist ein Allzeit-Rekord sowohl im Umfang als auch im Wert und entspricht 42 Millionen Mahlzeiten jeden Tag im Jahr.
Den größten Anteil daran hatte der Lachs; mit einem Verkaufswert von 81,4 Millionen Nkr* steigerte sich der Export um 16%. Die exportierten 199 000 Tonnen Dorsch waren fast 10 Milliarden Nkr wert, lagen aber kaum über der Menge des Vorjahres. Makrele und Hering erzielten zweistellige Steigerungsraten, aber auch Forelle und Seelachs legten zu.
In die EU wurden 1,7 Millionen Tonnen Fisch für 70 Milliarden Nkr verkauft, davon allein nach Polen – als „Verteilungsmarkt“ – Fischereiprodukte im Wert von 12,6 Milliarden Nkr und nach Dänemark – als „Transitmarkt“ hauptsächlich für die EU – Erzeugnisse im Wert von gut 10 Milliarden Nkr; nach Asien gingen 585 000 Tonnen mit einem Wert von 23,6 Milliarden Nkr.
Vor Weihnachten 2021 ließ Fischerei- und Meeresminister Bjørnar Skjæran verlautbaren, dass Norwegen seine Exporte außerhalb von Öl und Gas bis 2030 mindestens um 50% steigern möchte – und dazu soll ein starkes Wachstum des Fischexportes beitragen. Nicht auszuschließen sei, dass der Export von Fisch den Wert des Öl- und Gas-Exportes bis 2050 einholt.
* Umrechnung von Norwegischen Kronen in Euro: ca. 10:1

 

 

Norwegischer Sprachrat wählt „Wort des Jahres 2021“

Das „Wort des Jahres“ soll ein mehr oder weniger neues Wort sein, das der Sprachrat hervorheben will, weil es das abgelaufene Jahr geprägt hat, das aber nicht unbedingt seinen Weg ins Wörterbuch findet. Es muss aktuell sein, viel benutzt, „lebenstüchtig“ und von hoher sprachlicher Qualität. Um es zu finden, wird in großen landesweiten und regionalen Zeitungen nach neu aufgetauchten Wörtern gesucht.
Im letzten Jahr war es das Wort „Corona“ – wenig verwunderlich, war die Pandemie doch weltumspannend das Thema Nummer eins.
Wesentlich anders verhält es sich mit dem heuer gewählten Wort „sportsvaske“. Nicht eng mit dem Norwegischen vertraute Personen können rein gar nichts damit anfangen, und selbst mancher Norweger fragt sich, was diese Wahl denn bedeuten soll. Was haben „Sport“ und „waschen, putzen, spülen, …“ miteinander zu tun?
Der Direktor des Sprachrates Åse Wetås erklärt es so: “Das Wort „Sportsvaske“ wird dann verwendet, wenn die Behörden in einem autoritären Land große Sportveranstaltungen dazu benutzen sich in ein besseres Licht zu setzen oder versuchen, dieses Ziel damit zu erreichen, dass sie populäre Sportvereine aufkaufen oder dort als Sponsor auftreten. 2022 sollen solche sportlichen Großveranstaltungen in mehreren Ländern stattfinden, die dafür kritisiert werden, dass sie die Menschenrechte nicht einhalten. Ausgehend von der Kritik an der Austragung der Fußballweltmeisterschaft der Herren in Katar hat sich in diesem Zusammenhang das Wort fest in der norwegischen Sprache verankert.“
Die Autorin und Sprachwissenschaftlerin Helene Uri unterstreicht die große Bedeutung dieser Wahl: „Das ist ein wichtiges politisches Wort. Es ist ein guter Weg, um dieses Problemfeld auf die Tagesordnung zu setzen und die Debatte darüber aufzunehmen. Der Sprachrat hat eine gute Wahl getroffen; so kann man nicht nur in rein sprachlicher Hinsicht über das Wort diskutieren, sondern auch über das, was es aussagt.“
Alles in allem eine mutige Entscheidung des Norwegischen Sprachrates!