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Bäume von oben

 

Sitka-Fichten stammen ursprünglich aus Alaska, wo sie als offizieller Staatsbaum gelten. Diese Gattung bringt die größten Bäume aus der Familie der Fichten hervor.
Auf dem Weg zum Fløyen in Bergen steht ein besonderer Vertreter dieser Art. 2016 wurde dieser 120 Jahre alte Baum mit 50,35 Metern Höhe als der höchste Baum Norwegens anerkannt.
Aber jetzt, vier Jahre später, bekommt dieser Nadelbaum Konkurrenz!
Auch in Kaupanger /Sogn sind die Verhältnisse dazu geeignet, große Bäume wachsen zu lassen.
Schon seit Längerem gibt es einen Zweikampf zwischen dem Besitzer des Baumes in Bergen und dem einer 80 Jahre alten Edeltanne hier. Eine offizielle Messung beim Herausforderer ergab 51,1 Meter. Das waren also 75 cm mehr als der alte offizielle Rekord vor vier Jahren in Bergen.
Die Sitka-Fichte dort wurde zwar zuletzt mittels einer Drohne und Laser mit 53,2 Meter vermessen – allerdings nur inoffiziell.
Daher gilt im Augenblick die Edeltanne in Kaupanger offiziell als der höchste Baum in Norwegen.
Es gilt als sicher, dass jetzt auch die Sitka-Fichte in Bergen offiziell vermessen wird.

 

 

Viele Leute planen jetzt schon den Urlaub für das Jahr 2021.
Leider ändern sich die Reisebestimmungen in letzter Zeit recht häufig.
Um einen Überblick über die aktuell gültigen Bestimmungen zu bekommen, haben wir einige Links eingefügt.

https://www.norway.no/germany

https://oslo.diplo.de/

https://www.udi.no/en/

https://www.helsenorge.no/en/

(die letzten beiden Links sind nur auf Norwegisch oder Englisch)

 

 

Statistik, Bevölkerung

 

Das Statistische Zentralbüro in Norwegen (Statistisk sentralbyrå) veröffentlicht jedes Jahr eine ganze Menge Zahlen, die das Leben in diesem Land im abgelaufenen Jahr beschreiben sollen; oft werden sie auch verglichen mit Entwicklungen in den Jahren zuvor. Eine gedruckte Auswahl davon kann unter dem Titel „Dette er Norge 2020“ kostenlos per Mail bestellt werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! , eine PDF-Version findet sich unter https://ssb.no/norge.

Hier einige, willkürlich ausgewählte, markante Fakten daraus:

Im Jahr 1950 hatte Norwegen knapp 3,5 Millionen Einwohner, jetzt sind es 2 Millionen mehr. Während die Geburtenrate sinkt, geht der Bevölkerungszuwachs seit 2004 auf erhöhte Einwanderung zurück. Im Jahr 2020 waren die Polen mit gut 100 000 Personen die größte Einwanderergruppe, gefolgt von Litauern (ca. 40 000) und Schweden (ca. 35 000), Deutsche belegten mit knapp 25 000 den 6. Platz.
Der Anteil der Älteren mit 67+ Jahren stieg von 1950 von unter 9% auf gut 15%, der der Jüngsten bis 15 Jahren sank im gleichen Zeitraum von 25% auf knapp unter 20%. Im Durchschnitt bringt jede Frau 1,56 Kinder zur Welt, etwa gleich viel wie in Deutschland.
In fast 40% der Haushalte lebt nur eine Person, 31% der Paare leben unverheiratet zusammen, fast 40% der geschlossenen Ehen werden wieder geschieden.

Obwohl Norwegen als Musterland für Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau gilt, ist der Unterschied bei der Entlohnung von Arbeit zwischen den beiden Geschlechtern noch deutlich: Frauen verdienen insgesamt immer noch 12% weniger als Männer. Das Gesamteinkommen der Frauen liegt insgesamt sogar nur bei 2/3 des der Männer (Teilzeitarbeit, weniger Einkommen aus Kapital, Mindestpension,…).

Norweger leben immer gesünder – zumindest, was Alkohol- und Tabakverbrauch anbelangt: Die Anzahl der 16- bis 74-Jährigen, die täglich rauchen, ist von über 50% in den 70-er-Jahren auf ca. 10% gesunken. Alkohol wird in den letzten Jahren mehr als Bier und Wein als in Form von Schnaps konsumiert; der Branntweinverbrauch ist seit 1980 auf die Hälfte gesunken.

Die Menge des in Industrie und Privathaushalten anfallenden Abfalls hat sich seit den 90-er-Jahren von gut 200 kg/Einwohner auf gut 400 kg/Einwohner im Jahr verdoppelt. 40% des Abfalles aus Haushalten wird sortiert und entweder wieder verarbeitet oder einer biologischen Behandlung unterzogen.

 

 

 

Neues Munk-Museum in Oslo

Foto: Barbara Teske

 

Das von Anfang an bei der Bevölkerung nicht unumstrittene Gebäude für das neue Munch-Museum („Lamda-Bau“) in Oslo kann auch zum geplanten zweiten Termin - in diesem Herbst - wegen einer Reihe noch ausstehender Arbeiten nicht eröffnet werden:
Zum einen wurden Brand- und Sicherheitstüren nicht rechtzeitig geliefert, zum andern sind die vertragsgemäßen Anforderungen an die Klimaanlage, die eine sichere Aufbewahrung und Ausstellung der Kunst garantieren sollen, noch nicht erfüllt. Diese muss noch getestet und einreguliert werden, so dass ein stabiler Betrieb garantiert werden kann.
Erst wenn ein reibungsloser Betrieb der Klimaanlage sicher ist, kann die Umlagerung der Kunstwerke aus dem alten Munch-Museum in Tøyen ins neue in Bjørkvika beginnen.
Der nächste geplante Eröffnungstermin ist im Frühjahr 2021.

 

 

 

Norwegens Regierung hat die Bevölkerung vor der Sommersaison dazu aufgerufen, wegen der Pandemie in diesem Jahr nicht ins Ausland zu fahren, sondern den Urlaub in Norwegen zu verbringen. Ganz offensichtlich ist ein Großteil der Norweger diesem Aufruf gefolgt und hat die touristischen Hotspots des Landes in einem Maß bevölkert wie sonst nur ausländische Reisende. Dass sie sich dabei auch genau so „touristisch“ benommen haben – wildes Zelten am Straßenrand, Übernachten im Wohnmobil an dafür nicht zugelassenen Stellen, Hinterlassen von Müllbergen in der Natur – wurde von der Bevölkerung vor Ort mit Erstaunen und Missbilligung zur Kenntnis genommen.
Überrascht waren denn auch die Hilfsorganisationen, die Touristen aus Notsituationen in der Natur retten (müssen).
Zahlen des norwegischen Roten Kreuzes zeigen, dass sich vom Mai bis Mitte August (also in einer Zeit, in der kaum ausländische Feriengäste ins Land gekommen sind) die Rettungseinsätze der freiwilligen Helfergruppen im Gebirge und auf See um 20% gegenüber dem Vorjahr erhöht haben.
Die Gebiete Møre og Romsdal und Hordaland waren Schwerpunkte solcher Einsätze. Ein Helfer wird zitiert mit den Worten „Leute, die sonst nach Süden fahren und sich in die Sonne legen, sind heuer zum Wandern ins Gebirge gegangen. Möglicherweise kennen sie nicht ganz so gut ihre körperlichen Grenzen.“ Vielleicht trat aber auch das „Severin-Souverän-Syndrom“* zu Tage – die Überzeugung, sich im eigenen Land ja auszukennen und keine besonderen Vorbereitungen für eine Tour treffen zu müssen.

* „Severin Suveren” steht für eine übermütige Person, die sich in ihren Kenntnissen und Fähigkeiten überschätzt.
Der Name kommt von eine TV-Kampagne aus dem Jahr 1989 zum Verhalten im Gebirge, in der sich „Severin Suveren“ ohne die Verhaltensregeln im Gebirge zu beachten allen möglichen Gefahren ausgesetzt und das Ganze hinterher einfach unglücklichen Umständen zugeschrieben hat.

 

 

Norwegische Flagge

 

Mit der eigenen Verfassung sollte Norwegen im Jahr 1814 auch eine neue Flagge bekommen; deshalb wurde dafür ein Wettbewerb ausgeschrieben, den Fredrik Meltzer mit seinem Entwurf gewann. So wie wir sie heute kennen, durfte sie aber erst seit 1898 als Landesflagge genutzt werden. Sie zeigt auf rotem Hintergrund das in den skandinavischen Flaggen übliche Philippuskreuz in blau mit weißer Umrandung.
In ihrer Farbgebung stellt sie Verbindungen zur dänischen und schwedischen Flagge her, doch kann man ihr auch eine andere Bedeutung geben: Rot ist auch die Hintergrundfarbe des norwegischen Königswappens, Blau symbolisiert die Fjorde und die klare Luft des Landes. Für offizielle Flaggen sind die einzelnen Farbtöne im sog. Pantone-Farbsystem streng vorgeschrieben.
Wie mit der Flagge umgegangen wird, unterliegt genauen Vorschriften.
Es gibt offizielle Flaggentage, an denen auch viele Privatleute auf ihrem Grund die Flagge aufziehen, aber auch zu größeren familiären Anlässen kann sie dort gezeigt werden. Dabei soll sie straff gespannt sein und darf den Boden nicht berühren.
Vom 1. März bis 31. Oktober darf sie nur ab 8.00 Uhr gehisst werden, auch wenn es dann noch dunkel ist; eingeholt sein muss sie bis 21.00 Uhr oder schon vorher bei Einbruch der Dunkelheit. Zwischen 1. November und dem letzten Februartag darf sie nicht vor 9.00 aufgezogen und muss mit dem Sonnenuntergang, spätestens aber bis 21.00 Uhr eingeholt werden; in Nordnorwegen sind die entsprechenden Zeiten 10.00 Uhr bzw. 15.00 Uhr. Falls sie beschädigt ist, muss sie entweder verbrannt oder so zerschnitten werden, dass die einzelnen Farben von einander getrennt sind.
Für den Gebrauch der Flagge von offizieller Seite aus gelten folgende Flaggentage:
1. Januar
21. Januar (Geburtstag von Prinzessin Ingrid Alexandra)
6. Februar (Tag der Samen)
21. Februar (Geburtstag von König Harald)
1. Mai
8. Mai (Tag der Befreiung)
17. Mai (Tag des Grundgesetzes)
7. Juni (Tag der Auflösung der Union)
4. Juli (Geburtstag von Königin Sonja)
20. Juli (Geburtstag von Kronprinz Haakon)
29. Juli (St.-Olav-Tag)
19. August (Geburtstag von Kronprinzessin Mette-Marit)
25. Dezember
Ostersonntag
Pfingstsonntag
Tag der Stortingswahl