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Norwegische Schildbürger heißen „molboer“ (Einzahl „molbo“) und sind die Einwohner von Molboland, einer Halbinsel in Dänemark zwischen Kalvø Vig und Ebeltoft. Als echter „Molboer“ darf sich seit jeher aber nur jemand bezeichnen, dessen Familie mindestes seit sieben Generationen dort gelebt hat. Geschichten über dieses Völkchen („Molbohistorier“) wurden in Dänemark schon lange erzählt, bevor sie 1771 zum ersten Mal gedruckt als Buch erschienen sind.
Aber wie kommen sie in die norwegische Tradition?
Norwegen war zu dieser Zeit ein Teil Dänemarks und wurde kulturell stark aus diesem Land davon beeinflusst; und so verbreiteten sich die Molbo-Geschichten auch in Norwegen. Es war (und ist) für die Norweger wohl zudem sehr befriedigend, dass Menschen, denen außer Dummheiten nicht viel zugetraut wurde, nicht im ureigensten Land wohnten. Und so hat sich der Begriff „molbo“ für eine nicht ganz nachzuvollziehende Handlung oder denjenigen, der sie ausführt, bis heute auch im norwegischen Sprachgebrauch erhalten.
Hier zwei Beispiele für Molbo-Geschichten:
Ein alter Molbo hörte einmal, dass ein norwegisches Schiff in Ebeltoft angekommen war. Er war zuvor noch nie einem Norweger begegnet und war neugierig darauf, einmal einen zu treffen. Deshalb ging er zum Hafen und gelangte auf das Schiff – aber die Mannschaft war schon von Bord gegangen. Nur ein Hummer, der wohl einem Korb entschlüpft war, kroch noch an Deck umher. Den hielt der Molbo für ein Mitglied der Besatzung und gab ihm die Hand zum Gruß. Aber der Hummer biss ihn. Da zog er eine Hand zurück und sagte: „Klein sind diese Menschen ja, aber einen festen Händedruck haben sie!“ -
Es war Krieg in Dänemark. Ein paar Molboer wollten ihre Kirchenglocke vor dem Feind in Sicherheit bringen. Als sie diese unter großen Mühen endlich vom Kirchturm heruntergebracht hatten, wussten sie zunächst nicht, wohin damit – bis einer auf die Idee kam, sie im Meer zu versenken. So schleppten sie die Glocke auf ein großes Boot und ruderten ganz weit aufs Meer hinaus, bis sie sich auf eine Stelle einigten, wo sie die Glocke ins Wasser warfen. Dort war sie vor dem Feind versteckt, aber wie sollten sie selbst sie wiederfinden? Der Klügste von ihnen hatte eine Idee: Er zog sein Messer und markierte mit einem tiefen Schnitt die Stelle auf der Seite am Boot, wo zuvor die Glocke im Wasser verschwunden war. Danach ruderten sie heim mit der Sicherheit, die Glocke jederzeit wieder nach oben holen zu können. -