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| erbaut 1129 - 1130 | |||
| die älteste noch erhaltene Stabkirche | |||
| (Lesen Sie auch Fertigstellung der neuesten Renovierung 2010) | |||
| Dreimal ist eine Stabkirche an der selben Stelle auf der Landzunge Orneset gebaut worden. Hundert Jahre liegen zwischen der ersten und der dritten, die wir heute noch erleben können. Die Stämme wurden in den Jahren 1129 - 1130 eingeschlagen. An der Nordwand wurden dekorierte Bauteile von der abgerissenen Stabkirche wiederverwendet. Das Portal, Wandplanken und eine Ecksäule. Die dekorierten Giebel von der alten Kirche sind heute zum Schutz gegen Abnutzung abgedeckt. | |||
| Die Stabkirchen sind Norwegens einzigartiger Beitrag zum Weltkulturerbe. Die meisten wurden zwischen 1130 und 1350 gebaut, als durch die verheerende Pest der Bau neuer Kirchen zum Erliegen kam. Auch in anderen europäischen Ländern gab es ähnliche Kirchen, erhalten sind sie aber fast nur in Norwegen. Von den ursprünglichen mindestens 1000 Kirchen stehen heute noch 28. Urnes ist die älteste und am reichsten dekorierte. 1979 wurde sie auf UNESCO's Liste über die vornehmsten Kulturdenkmäler der Welt aufgenommen. In dieser Beschreibung gehen wir auf die Zeit zurück, in der die Kirche gebaut wurde, ca. 20 Jahre bevor das katholische Norwegen eigene Kirchenprovinz unter dem Papst in Rom war. | |||
| Die Stabkirche zu Urnes wurde dem Verein für Denkmalspflege im Jahr 1880 vermacht. Das Logo des Vereins ist einem der geschnitzten Säulenköpfe in der Kirche entnommen. | |||
| So wurde die Stabkirche errichtet | |||
| Als die Stabkirche entstand, hatte der Holzbau schon lange Traditionen. Die Wikingerzeit war zu Ende, aber wir waren noch immer ein "fahrendes Volk". Die Handwerker verbanden die Tradition mit neuen Impulsen von Kirchen im Ausland. | |||
| Urnes hat eine lange Baugeschichte, mit Bauelementen und Inventar aus der Zeit von zwischen der zweiten Hälfte des 11. Jahrhunderts bis 1800. Sie hat dem Zahn der Zeit stand gehalten, weil sie auf einen Holzrahmen aufgesetzt ist, der auf einem steinernen Fundament ruht. So kommt das Holz nicht in Berührung mit dem feuchten Boden und fault nicht. | |||
| Das prachtvolle Portal, heute an der Nordwand der Kirche, war vermutlich früher der Haupteingang. Auch die geschnitzten Wandplanken und die Eckpfeiler stammen wohl aus der vorigen Kirche, die um 1130 abgerissen wurde. Vielleicht war jede zweite Wandplanke an der Eingangswand gen Westen dekoriert. Die Kirche muss ein Schmuckkasten gewesen sein. | |||
| Die Stämme waren wohl "auf der Wurzel stehen" getrocknet worden, damit der Teer an die Oberfläche des Holzes drang. Danach wurden Bauteile daraus gefertigt. Eine Stabkirche konnte aus bis zu 2000 Einheiten bestehen. | |||
| Die Konstruktion - das Stabwerk - wurde auf der Erde zu starren Rahmen zusammengesetzt und dann mithilfe langer Stäbe aufgerichtet. | |||
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| Das können Sie sehen: | |||
| Erklärungen zur linken Zeichnung | Erklärungen zum Grundriss | ||
| 1. Stäbe (Pfeiler) - die dem Kirchentyp den Namen gegeben haben - umrahmen den hohen Zentralraum. Die Form der Pfeilerköpfe (Kapitelle) sind von gleichzeitigen Steinkirchen inspiriert. Das reiche Dekor wird über den Kapitellen weitergeführt und bildet einen schönen Übergang zwischen den runden Pfeilern und den Streben mit ihrer glatten Oberfläche. | 1. Das Eingangstor mit schönen schmiedeeisernen Beschlägen. | ||
| 2. Die runden Bögen sind aus "Knien" gebildet, dort wo der Baum natürlich in Bogenform gewachsen und am stärksten ist, am Übergang zwischen Stamm und Wurzel. | 2. Portal (ursprünglich Haupteingang), Wandplanken und Eckpfeiler von der ersten Kirche aus der 2. Hälfte des 11. Jahrhunderts gebauten und in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts abgerissenen Kirche. | ||
| 3. Das Stabwerk der Außenwände: eine Rahmenkonstruktion bestehend aus Schwellen, Säulen und Rähm. | 3. "Funtehuset", wo der Taufstein stand, ehe die Taufzeremonie im 18. Jahrhundert in den Chor verlegt wurde. "Frauenstuhl" ist eine ander Bezeichnung. Die Galerie darüber stammt von 1701. | ||
| 4. Das Rahmenwerk, auf dem die Kirche ruht. Der Boden des Zentralraums, eine Stufe tiefer als der Fußboden des Umgangs. Unter dem Boden ist ein offener Raum, der früher Grabplatz war. Anfang des 19. Jahrhunderts wurden solche Grablegungen verboten, u.a. wegen des unangenehmen Geruchs. Im Boden wurden Pfostenlöcher von der ersten Kirche gefunden. | 4. "Der Krokastuhl" von 1662 (Munthe Stuhl). Im Mittelalter stand hier ein Altarziborium. Die derzeitigen Sitzbänke wurden gleichzeitig eingebaut. | ||
| 5. Schindelverkleidung, vermutlich im Laufe des Mittelalters angebracht. Da wurde auch ein offener "Svalgang" um die ganze Kirche gebaut, der nach 1720 - mit Ausnahme der Eingangspartie - entfernt wurde. | 5. Chortrennwand aus den 1660er Jahren. | ||
| 6. Ursprünglich kam Licht nur durch kleine runde Lichtlöcher. In der Zeit nach der Reformation wurden Fenster eingesetzt, deren Anzahl bei der Restaurierung um 1900 vermindert wurde. Das Lichtloch über der Eingangstür ist vielleicht immer dort gewesen. | 6. Erweiterung des Chors von rund 1600. Dekoration von 1601. | ||
| 7. Streben, zum Teil im Mittelalter eingesetzt, um Platz für einen Ziborienaltar zu schaffen. Der Altar wurde entfernt, und 1662 kam der "Krokastuhl", der weitere Eingriffe und Verstrebungen notwendig machte. | 7. Bischofsstuhl aus dem Mittelalter. | ||
| 8. Figurengruppe aus dem 12. Jahrhundert, die älteste Norwegens, eine Kreuzigungsszene. Der leidende Christus am Kreuz, Maria und Johannes als trauernde Zuschauer. | 8. Altartafel und Kanzel aus den 1690er Jahren. Auf dem Altar ein schiffsförmiger Kerzenhalter aus dem Mittelalter. | ||
| 9. Die Decke wurde Ende des 17. Jahrhunderts eingezogen. Bis dahin war die Dachkonstruktion sichtbar gewesen. Sie erinnert an ein umgekehrtes Boot, bei dem die Dachstühle den Spanten im Boot entsprechen. | 9. Taufbecken auf die Säule aufgesetzt. | ||
| Der Dachreiter von 1702 ersetzte einen früheren von ca. 1680. Ursprünglich hingen die Kirchenglocken in einem freistehenden Glockenturm, dem "Stöpul". Eine zeitlang war das Dach mit Ziegeln gedeckt. Die Schindeln wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts angebracht. | 10. Mittelalterlicher Kronleuchter, von der Decke hängend. | ||
| 11. Der Deckel zum verschwundenen Taufbecken von 1250 - 1300. An den Wänden: Figuren und Runeninskriptionen. Gemälde aus dem 17. Jahrhundert | |||
| Das ist nicht mehr zu sehen: | |||
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| Das ist nicht mehr zu hören: | |||
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| Geschichtliche Daten: | |||
| 800 Wikingerzeit 1030 |
Schlacht bei Stiklestad |
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| 1000 - 1050 | Kirche I | ||
| 1050 - 1100 | Kirche II | ||
| ca. 1130 Mittelalter (katholischer Zeit) | Kirche III | ||
| 1152 | Norwegen eigene Kirchenprovinz | ||
| 1349 | Der Schwarze Tod | ||
| 1537 Neuere Zeit (lutherische Zeit) | Die Reformation | ||
| 1880 | Erwerb durch den Verein für Denkmalsschutz | ||
| 1979 | Urnes stavkirke nå World Heritage List | ||
| Fortidsminneforeningen besitzt und verwaltet die Stabkirche von Urnes. | |||
| Der norwegische Verein für Denkmalpflege (Fortidsminneforeningen) wurde 1844 gegründet. Der Verein setzt sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Norwegen ein und für mehr Verständnis für deren Werte. Der Verein ist offen für alle Interessenten. | |||
| englische Seite von Fortidsminneforeningen | |||
| Tlf: +47 23 31 70 70 oder www.fortidsminneforeningen.no | |||
| Text und Zeichnungen: Mari Kollandsrud. Nachvermessungen von Einar o. Schov | |||
| Deutsche Übersetzung: Gunhild Baier Nilsen | |||
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Fotos:© Uta Kempf
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