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Stabkirche Kaupanger

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aus dem Jahr um 1200
Die Kirche in Kaupanger ist die größte der Stabkirchen am Sognefjord. Der Grund dafür, dass sie so groß gebaut ist, liegt wohl darin, dass hier im Mittelalter ein Marktort lag, worauf schon der Name "Kaufanger" hinweist. Es ist anzunehmen, dass der Zustrom von Menschen zum Marktort die großen Ausmaße der Kirche erklärt.
Die Kirche muss um das Jahr 1200 errichtet worden sein. Sie ist seitdem dauernd in Gebrauch gewesen und dient immer noch dem Gottesdienst in der Ortschaft. Durch einen 1862 erfolgten Umbau verlor sie viel von ihrem alten Gepräge. Die Kirche wurde 1965 restauriert und erscheint heute in allem Wesentlichen in der Gestalt, die sie vor dem umbau hatte.
Äußere Struktur
Die Hauptform des Baues ist die einer Stabkirche mit Mittelraum und Umgang. Der überhöhte Mittelraum im Schiff und Chor ist auf allen Seiten von einem niedrigeren Umgang umgeben. Im übrigen hat das 17. Jahrhundert dem Äußeren sein Gepräge gegeben. Der Dachreiter kam im Jahre 1672 hinzu, und es wurde ein Vorraum zum Ablegen der Waffen errichtet, der 1686 zum ersten male erwähnt wird. Zu dieser Zeit waren auch die Wände mit Planken verkleidet. Die ursprüngliche Außenwand der Kirche kann man heute nur vom Vorraum studieren.
Im Vorraum sieht man das Westportal der Stabkirche. Es hat Halbsäulen mit Würfelkapitälen, welche eine bogenförmige Überdeckung haben. Es ist deutlich, dass Portale in romanischen Steinkirchen das Vorbild gewesen sind. Die Wand, in welche das Portal eingesetzt ist, hat lotrechte Wandungsbohlen, sog. "tiler". Diese haben eine plastische Form erhalten, die der Wand ein Relief gibt. Die Kirche hat auch eine Süd-Tür. Hier befand sich ein Portal, das dem Westportal genau entsprochen haben muss.
Im Mittelalter war der Bau zum Schutz gegen die Witterung außen geteert worden, was man bis heute beibehalten hat.
Das Äußere der Kirche im Mittelalter
Im Mittelalter hatte die Kirche noch keinen Dachreiter und keinen Vorraum. Beide sind erst später gebaut worden. Die Wände hatten sichtbare Wandungsbohlen, wie sie heute im Vorraum zu sehen sind. Die Dächer waren entweder mit Planken oder mit Holzschindeln gedeckt. Der Laufgang muss von großer Wirkung gewesen sein; er war im Anschluss an den Umgang gebaut worden und umschloß die ganze Kirche. Vermutlich hatte er die Ausmaße des Laufgangs von der Stabkirche in Borgund. Er wurde wahrscheinlich schon vor dem Jahre 1600 abgerissen.
Die Vorgeschichte der Kirche
Bei Ausgrabungen hat man herausgefunden, dass an der Stelle, wo die Stabkirche später errichtet wurde, zwei frühere Bauten gestanden haben, wahrscheinlich Kirchen. Beide hatten Wände mit Pfosten, die in den Erdboden eingegraben waren. Man nimmt an, dass es Bauten mit dieser Wandkonstruktion waren, welche den Ausgangspunkt bildeten, die zu der aufrecht stehenden Form der norwegischen Stabkirche führte.
Die jüngste der Kirchen ist wahrscheinlich um das Jahr 1200 abgebrannt. In der König Sverre-Sage war einer der Vögte des Königs erschlagen worden, und der König Sverre strafte die Bauern, indem er 1184 ihre Höfe in Asche legte und vermutlich dabei auch die Kirche. Man vermutet, dass die jetzige Kirche bald nach dem Brande der älteren gebaut wurde.
Das Kircheninnere
Das Baumaterial der Kirche ist Kiefernholz, dessen Eigenschaften in meisterhafter Weise ausgenutzt worden sind. Die tragenden Glieder sind mit gut durchdachten Holzverbindungen zusammengefügt. Eiserne Bolzen oder Beschläge kamen überhaupt nicht zur Anwendung. Hier ist auch zu erwähnen, dass die für die Konstruktion der Stabkirche so wichtigen Säulen in alter Zeit "Staver", Stäbe, genannt wurden. Diese Bezeichnung reicht ins Mittelalter zurück und ist der Ursprung für das Wort "stavkirke".
Im Inneren der Kirche dominiert der Mittelraum. Er hat eine beträchtliche Breite und eine große Höhe. Trotzdem ist die Länge der hervortretendste Zug. Mit ihren 8 Säulen haben die Längsseiten die größte Säulenzahl, die ein Mittelraum aufweisen kann. Die langgestreckte Form schafft eine Perspektive, die in einer Stabkirche selten zu sehen ist.
Die Erweiterung der Kirche
Die anfangs kürzere Kirche (nur 6 Säulen) wurde in einer sehr ungewöhnlichen Weise vermutlich im Mittelalter verlängert. Sie wurde vom Dach bis zu den das Gebäude tragenden Grundschwellen quer durchgeschnitten. Darauf wurde der westliche Teil ca. 3,45 m weiter nach Westen verschoben. Der dadurch entstandene zwischenraum wurde mit neuem Material ausgefüllt.
Nach der Reformation um 1600 wurden in Schiff und Chor größere Fenster eingesetzt, die Kirche bekam eine Kanzel, eine Altartafel sowie Kirchengemälde mit lebhaften Formen und Farben, und die Wände wurden ausgeschmückt. Das Taufbecken hat einen kunstfertig geformten Fuß und einen Deckel, der eine sechseckige Kuppel bildet und stammt wahrscheinlich aus der gleichen Zeit. Die gemalten Ausschmückungen erhielt die Kirche wahrscheinlich in den ersten Jahren des 17. Jahrhunderts.
Im Mittelalter war der Boden frei, und die Gläubigen standen während des Gottesdienstes. Die Bänke sind eine der Neuerungen, welche die Reformation mit sich führte.
Die Kirche wurde mehrmals restauriert. Die letzte Restauration war 1960, als sie den ursprünglichen Stil aus dem 16. Jahrhundert zurück erhielt.
Text: Kristian Bjerknes (Auszüge aus dem Prospekt: "Kaupanger stavkirke")
Utgitt av Forneningen til Norske Fotidsminnesmerkers Bevaring Bergensavdelingen
Die Stabkirche Kaupanger ist Eigentum der norwegischen Denkmalpflege  Fortidsminneforeningen
englische Seite der Denkmalpflege
Fotos:© Uta Kempf
 

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