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Stabkirche Hopperstad

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erbaut um 1140
In letzter Minute gerettet!
Die Stabkirche von Hopperstad gilt als eine der ältesten Norwegens, sie wurde vermutlich um 1140 erbaut. Das komplizierte Bauwerk wurde von fahrenden Handwerkern mit Erfahrung und Können errichtet.
Die Stabkirchen sind Norwegens besonderer Beitrag zum Weltkulturerbe. Die meisten wurden in der Zeit von rund 1130 - 1350 gebaut, als die Pest jegliche Bautätigkeit zum Erliegen brachte. Auch andere europäische Länder hatten entsprechende Kirchen, aber erhalten sind sie nur in Norwegen. Von den ursprünglich mindestens 1000 Kirchen stehen noch 28. Im Laufe ihres langen Daseins erlebte die Stabkirche von Hopperstad sowohl Verfall als auch in den 1880er Jahren einen phantastischen Wiederaufbau. In dieser Beschreibung denken wir uns in die Zeit des Kirchenbaus zurück, nur zehn Jahre bevor Norwegen eine eigene, unmittelbar dem Papst unterstellt Kirchenprovinz wurde. Die Gemeinde Vik verkaufte die Stabkirche im Jahr 1880 für 600 kronen an den Verein für Denkmalpflege.
Die Entstehung der Stabkirchen
Als die Stabkirchen errichtet wurden, hatte der Holzbau schon lange Tradition. Die Wikingerzeit war zwar zu Ende, aber wir waren noch immer ein "fahrendes Volk". Die Handwerker verstanden es, die Tradition mit neuen Impulsen von Kirchenbauten im Ausland zu verbinden.
Die Stabkirche von Hopperstad trotzde dem Zahn der Zeit, weil ihr Holzfundament auf einem steinernen Sockel ruht. So kommt das Holz nicht in Berührung mit dem feuchten Boden und bleibt von Fäulnis verschont.
Die Stämme sind wohl "auf der Wurzel" getrocknet worden, weil dann der Teer an die Oberfläche des Stammes dringen kann. Danach wurde er zu Bauteilen bearbeitet. Eine Stabkirche konnte aus bis zu 2000 Einheiten bestehen.
Die Konstruktion - das Stabwerk - wurde auf dem Boden zu starren Rahmen zusammengebaut und dann aufgerichtet, vermutlich mithilfe langer Stangen.
weiter Fotos folgen
Gesamtskizze500
Grundriss_Hopperstad500
Erklärungen zur linken Zeichnung Erklärungen zum Grundriss
1. Acht Meter hohe "Stäbe", die dem Kirchentyp den Namen gegeben haben, umrahmen den Zentralraum. Die Kapitelle haben Würfelform. 1. Das westliche Hauptportal, einzigartiges Beispiel an Holzschnitzkunst aus dem Mittelalter: Kämpfende Drachen und Akantusranken ineinander verschlungen. Schöne Schmiedearbeiten auf dem Türblatt.
2. Mit "Balkenzangen" wurden die Stäbe miteinander verstrebt. 2. Das nördliche Portal mit einfacherer Tierornamentik.
3. "Andreaskreuz". Der Name spielt auf den Apostel Andreas an, der an einem solchen Diagonalkreuz gekreuzigt wurde. 3. Südliches Portal mit schönen schmiedeeisernen Beschlägen.
4. Die runden Bögen sind aus "Knien" gebildet, wo der Baum natürlich in Bogenform wächst und am stärksten ist: am Übergang Stamm-Wurzel. 4. Hopperstad ist die einzige Stabkirche, in der die ursprüngliche schmale Choröffnung beibehalten wurde. Die durchbrochenen Felder beidseitig der Öffnung wurden im Laufe des Mittelalters eingesetzt.
5, Das Stabwerk der Außenwände ist eine Rahmenkonstruktion, bestehend aus Schwellen, Säulen und Rähm. 5. Der Baldachin von rund 1300 bildete ein Ziborium über einem Seitenaltar mit einer Madonnen- oder Heiligenfigur: Die gemalten Motive der Decke sind Darstellungen von Jesu Empfängnis, Geburt und früher Kindheit
6, Nur spärlich kam Licht durch die runden Öffnungen. In neuerer Zeit waren Fenster eingesetzt, die aber wieder entfernt wurden. 6. Seitenaltar - hatte vielleicht auch einen Baldachin.
7, Von unten gesehen erinnert die Dachkonstruktion über dem Zentralraum der Kirche an ein umgedrehtes Schiff, wo Dachstühle den Spanten des Schiffes entsprechen. Bei den Dachreitern (auf dem Turm) hat sich Blix von Borgund inspirieren lassen. Während des Gottesdienstes wurde mit Messeglocken geläutet. Für die großen Kirchenglocken war meist ein eigener Glockenturm ("Stöpul") gebaut. Ob hier einer war, ist unbekannt. 7. Altar mit Katechismustafel, vermutlich von 1621.
8, Der "Svalgang" schützt die Außenwände und Portale und trägt zum charakteristischen Aussehen der Kirche bei. Er wurde in den 1880er Jahren bei der Restaurierung angebracht, nach dem Vorbild von Borgund. 8. Kiste mit Eisenbeschlägen aus dem Mittelalter.
9, Das Rahmenwerk, auf dem die Kirche ruht. Unter dem Boden wurden dekorierte Bauteile gefunden, die wohl von einer älteren Kirche stammen. 9. Lesepult ("Buchstuhl") vom Ende des 16. Jahrhunderts.
Es war üblich, Tote unter dem Kirchenboden zu beerdigen, bis es Anfang der 1880er Jahre verboten wurde, u.a. aufgrund des unangenehmen Geruchs. Zu früh geborenen und ungetauften Kindern wurde ein Grab in geweihter Erde verwehrt. Kleine Kästchen mit Fehlgeburten wurden unter den Boden geschoben, auch noch in neuerer Zeit. Unter dem Boden von Hopperstad sind noch Gräber, auch die zweier Kinder. 10. Gedenkstein über dem Grab der Obristin Johanna Elisabeth von Holstein, die 1738 starb.
Alles in allem sind 20 Runeninskriptionen - meistens mit frommen Wünschen - in die Wände geritzt, auch eine Menge Figuren von Menschen und Tieren, Fischen, Booten, Hausmarken und Symbolen - dem Graffito des Mittelalters. Wandmalereien und Inskriptionen aus nachreformatorischer Zeit zeigen Reste eines bunten Interieurs. 20 Runeninskriptionen, meist mit frommen Wünschen, sind in die Wände eingeritzt, auch eine Menge Figuren von Menschen und Tieren, Fischen, Booten, Hausmarken und Symbolen.
Das ist nicht zu sehen:
  • Die Kirchenkunst, die verschwunden ist. Hier kann ein Kruzifix gewesen sein, vielleicht eine bemalte Marien- oder Heiligenskulptur auf einem Seitenaltar.
  • Die Teppiche, die vielleicht an den Wänden hingen.
  • Die Kanzel von 1673 und die Bänke, die bei der Restaurierung ausgebaut wurden.
  • Der Priester, der die lateinische Messe las und die Messgewänder.
  • Die Gemeinde - die Männer rechts und die Frauen links, zum Altar hin gesehen. Alte und Gebrechliche konnten auf Bänken entlang der Außenwände sitzen.
Das ist nicht zu hören:
  • Die Messe der Priester in Latein und seine Bibelauslegung in der Landessprache.
  • Die Kirchenglocken, die zum Gottesdienst rufen.
  • Der Duft des WEihrauchs ist nicht zu spüren.
Geschichtliche Daten:
800 Wikingerzeit
1030

Schlacht bei Stiklestad
1140 Mittelalter (katholische Zeit) Bau der Stabkirche von Hopperstad
1152 Norwegen eigene Kirchenprovinz
1349 Der Schwarze Tod
1537 Nouere Zeit (lutherische Zeit) Die Reformation
1877 Neue kirke
1880 Erwerb durch den Verein für Denkmalsschutz
1979 Stabkirche fertig restauriert
Der norwegische Verein für Denkmalpflege (Fortidsminneforeningen)
wurde 1844 gegründet. Der Verein setzt sich für die Erhaltung des kulturellen Erbes in Norwegen ein und für mehr Verständnis für deren Werte. Der Verein ist offen für alle Interessenten.
Tlf: +47 23 31 70 70 http://www.fortidsminneforeningen.no/eiendommer/24/16
englische Seite der Denkmalpflege
Text und Zeichnungen: Mari Kollandsrud Deutsche Übersetzung: Gunhild Baier Nilsen
Fotos: © Uta Kempf
 

© 1997 - 2011 Deutsch-Norwegische Freundschaftsgesellschaft e.V. - DNF www.norwegenportal.de / dnfev.de