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Polarlicht fotografieren

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Jeder, der das Nordlicht (Nordlys, Polarlys) schon einmal life am Himmel gesehen hat, wird wohl schnell in seinen Bann gezogen, und es kommt der Wunsch auf, es auf einen Film oder auf einen digitalen Speicher zu bannen. Es wird der ein oder andere mit mehr oder weniger Erfolg auch schon versucht haben. Hier ein paar Tipps für gutes Gelingen.

Die Ausrüstung

Am besten geeignet ist natürlich eine Spiegelrefex Kamera mit einem lichtstarken Weitwinkelobjektiv, mit der man manuell belichten kann. Ein Stativ und einen Fernauslöser sind selbstverständlich. Eine Taschenlampe hat sich als vorteilhaft erwiesen. Eine Uhr, falls sie einen Fernauslöser ohne Timerfunktion haben. Alternativ müssten Sie zählen: "21, 22, 23..."
Ganz wichtig! Im Winter dick einmummeln, denn wenn man etwas länger auf der Stelle steht, kann es schon mal recht unangenehm werden.

Eine "Ritsch, Ratsch, klick, die bei Dunkelheit auch noch einen Blitz zündet, ist denkbar ungeeignet.

Wer eine analoge Spiegelreflex Kamera besitzt, sollte einen Film mit ISO 200 verwenden. Filme mit höheren ISO-Werten werden oft grobkörnig, so wie es auch bei den digitalen Kameras der Fall ist. Da die digitalen Spiegelreflex-Kameras mittlerweile weit verbreitet sind, und man damit mehr Möglichkeiten hat, seine Bilder später im digitalen Fotolabor nachzubearbeiten, gehen wir hier darauf etwas näher ein.


Vorbereitung ist alles!
Mal sieht man das Polarlicht, mal sieht man es nicht. Mal taucht es nur zu einer bestimmten Zeit auf, manchmal hält es sich auch die ganze Nacht. Also woher weiß ich, wann ich mich ins Dunkle oder in die Kälte stellen muss? Wie Sie im Bericht über das Nordlicht nachlesen konnten, gibt es ein paar informative Links, welche über die Sonnenaktivität und der damit verbundenen Polarlichtaktivität Auskunft geben.
Unter www.meteoros.de/polar/polwarn.htm erfahren Sie wie sich die Polarlichtaktivität in den letzten Stunden entwickelt hat, wie stark die Sonnenwinde sind, und wie sich das Polarlicht über dem Polargebiet verteilt. Hier finden Sie noch eine schöne Grafik, wo das Polarlicht in Norwegen zu erwarten ist http://full.storm.no/tv2/nordlys.aspx.  Die Intensität des Polarlichtes wird in einem K-Wert angegeben. Bei einem K-Wert ab 4, ist es im Norden sichtbar. Die Sichtbarkeit nimmt nach Süd-Norwegen hin ab. Bei hohen K-Werten ab K 6, ist die Wahrscheinlichkeit Polalricht in Deutschland zu sehen gegeben, vorausgesetzt unser Wetter spielt mit.
Tipp: Wer im Urlaub keinen Internetzugang hat, kann sich die Polarlichtwarnung auch über WAP empfangen.

In den nördlichen Regionen lohnt aber auch bei leicht bewölktem Wetter ein Blick in den Himmel. Die Wolken erscheinen dann leicht grünlich und zwischen den Wolken flackert das Polarlicht. Fotografisch gesehen kann dies zu schönen Ergebnissen führen.

Die Motivwahl:

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Nur den Himmel aufzunehmen kann schnell zu langweilig wirken.Wasser, in dem sich das Nordlicht spiegelt macht sich immer gut. Bereits im September, wenn die Nächte länger werden, kann man das Polarlicht beobachten. Zu dieser Zeit aber, wenn noch kein Schnee liegt, wird das Licht von der Umgebung fast völlig verschluckt. Also sollte man sich einen Ort aussuchen, der ein paar diffuse Lichtquellen aufweist, vielleicht eine Stadt im Hintergrund. Punktuelle Lichtquellen sind ungeeignet, da diese garantiert weiß übestrahlen und unschön aussehen. Im Winter, wenn Schnee liegt, sind die Lichtverhältnisse besser. Der Schnee reflektiert sehr gut das Licht und die Belichtungszeiten verkürzen sich. Und wenn dann dazu noch der Mond scheint, braucht man in der Nacht sogar kaum noch eine Taschenlampe.

Tipp: Im Winter, wenn viel Schnee liegt und Sie fernab des Weges Polarlicht aufnehmen möchte, bahnen Sie sich  bei Tage einen Weg durch den Schnee den Sie in der Nacht  folgen können.

Manchmal erkennt man bereits das Polarlicht in der Dämmerung. Polarlicht aufgenommen zur "Blauen Stunde" wirkt besonders schön, vor allem dann, wenn am Horizont noch ein Lichtbogen der untergegangen Sonne zu sehen ist.
All diejenigen, die mit Hurtigruten unterwegs sind, brauchen aufs Polarlicht fotografieren nicht verzichten, vorausgesetzt Sie haben ein Stativ dabei und das Wasser ist relativ ruhig. Da sich das Schiff bewegt kommt es natürlich auch zu Bewegungsunschäfen. Um diese so gering wie möglich zu halten, stellen Sie sich mittig hinten aufs Sonnendeck, dort sind diese Bewegungsunschärfen am geringsten. Bei diesem Beispielfoto ist die Kamera auf den Kamin ausgerichtet, der ja statisch ist. Hier vermischt sich der Rauch des Kamins mit dem Polarlicht, was einen zusätzlichen Effekt bringt.
Man kann auch die Reling mit ins Bild einbeziehen oder Personen, so lange sie still stehen.

Zum Fotografieren

Wir sind nun also gut vorbereitet, haben uns eine schönes Plätzchen gesucht, wo man bei Tage vielleicht schon mal ein paar Probefotos gemacht hat, baut die Kamera aufs Stativ und schließt den Fernauslöser an. Fotografieren Sie nur im RAW-Format! Sie haben später damit bessere Möglichkeiten der digitalen Nachbearbeitung.
Die meisten Kameras haben eine automatische Belichtungszeit von bis zu 30 Sek. Das reicht nicht in allen Fällen aus, manuelle Einstellungen sind flexibler. Am Objektiv wird der Autofokus , da dieser in der Dunkelheit nicht funktioniert. Die Entfernung auf stellen und die Kamera auf Belichtung.

Tipp: Manche Kameras haben eine Rauschunterdrückung. Diese bitte auch ausschalten, denn Sterne am Himmel werden als störendes Rauschen gedeutet und werden von der Kamera-Software weggerechnet. Auch dauert es zum Beispiel bei der Canon EOS 30 D für das Verarbeiten der Bilder genau so lange, wie die Belichtungszeit der Aufnahme. Das ist lässtig, zumal man auch gute Augenblicke dabei verpasst.

Welche Belichtungswerte wählt man?
Zeigt sich das Polarlicht als grüner Schein mit wenig Aktivität am Himmel, kann man einen niedrigen ISO-Wert (ISO 100) wählen. Damit bleibt das Bildrauschen gering. Bei Blende 8 oder höher kann man die Kamera durchaus 120 Sek. belichten. Bewegtes Wasser oder Wolken wirken verwischt, der Himmel ist dann grün bis Mint, die Landschaft bekommt Farbe. Mit Ihrer Taschenlampe können Sie bei diesen Zeiten den Vordergrund zusätzlich anleuchten, was nette Effekte erzielt. Sterne werden bei diesen Belichtungszeiten nicht mehr als Punkte sondern als Streifen abgebildet. Vorbeifahrende Autos oder Schiffe hinterlassen ebenfalls Lichtstreifen.
nordlys-mint Belichtungszeit: 119 Sek / F 8.0 / ISO 200
Kameramodell: Canon EOS 10 D
Objektiv: 29 mm Weitwinkel
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Belichtungszeit: 3,2 Sek / F 2,8 /ISO 640 Kameramodell: Canon EOS 30 D
Objektiv: 17 mm Weitwinkel

Das Bildrauschen und die Wahl des ISO Wertes hängt u.a. vom Kameratyp ab. Bei der Canon EOS 10 D ist ein ISO-Wert über 400 nicht zu empfehlen, da das Bildrauschen dann extrem zunimmt. Bei der EOS 30D, die auch eine höhere Pixeldichte hat, ist ein Wert von 640 durchaus noch akzeptabel. Bei Kameras mit einer noch höheren Pixeldichte können Sie durchaus auch höhere ISO-Werte einstellen. Je besser die Kamera ist, um so mehr Spielraum haben Sie, was die Belichtungszeiten angeht.

Die fotografischen Ergebnisse sind je nach Kameratyp unterschiedlich. Probieren Sie es einfach aus und experimentieren ein wenig. Erfahrung ist der beste Ratgeber!


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