| Jørgen Norheim Der Adjutant |
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Dieser historische Roman beschäftigt sich auf unglaublich packende Weise mit dem ersten Weltkrieg und seinen Auswirkungen. Der Adjutant ist ein alter Mann, einst Offizier des deutschen Kaisers im ersten Weltkrieg, der in der Abgeschiedenheit oberhalb des Sognefjords seinen Lebensabend verbringt. Hier hängt er schon seit Jahren seinen Erinnerungen nach und verbringt viel Zeit mit seinen alten Tagebüchern. Als eines Tages die Tochter seines Vermieters, hier nur der Obstbauer genannt, auf seinem Hof erscheint, sieht er sich gezwungen, das Kind nach Hause zu bringen. Durch diesen Besuch beginnt sich eine Freundschaft zu entwickeln, die den „Adjutanten“ dazu bringt sich zu öffnen. Der Norweger ist sehr interessiert an der Geschichte des alten Mannes. Er erweist sich als äußerst gebildet, nachdenklich und wissbegierig. Der alte Mann beginnt zu erzählen: von seinen Nordland Reisen mit dem Kaiser, von seinen Einsätzen im Krieg, von der Abdankung des Kaisers, dem er alle Zeit treu ergeben war. Die Erinnerungen kommen mehr und mehr hoch, und damit auch die Zweifel, ob seine Entscheidungen in dieser Zeit wohl richtig waren. Aber: er hat doch nur seine Pflicht getan!?! Mehr und mehr beschäftigt ihn die Frage, ob ihn eine Mitschuld am 1. Weltkrieg trifft und ob, hätte er manches anders gemacht, vielleicht der 2. Weltkrieg gar nicht hätte stattfinden können? Ein tief schürfendes Thema! Gleichzeitig beginnt der alte Mann, einem Verdacht nachzugehen, der ihm bei Schilderungen des Obstbauers gekommen war. Er deckt ein Geheimnis auf, welches er aber mit ins Grab nehmen will. Seinen Frieden findet er schließlich, indem er ein weises Testament hinterlässt. Dieser historische Roman beruht nicht auf Tatsachen. Aber der Norweger Jørgen Norheim hat sich erstaunlich intensiv mit der deutschen Geschichte beschäftigt. Seine Schilderungen sind plastisch, packend und in anspruchsvoller Sprache gehalten. Dieser Roman ist sehr interessant für jeden Deutschen und gleichzeitig ein wunderbares Buch für jeden Norwegen Freund. Man erfährt einiges über die Eigenarten der Norweger, die man nur kennen lernt, wenn man dort lebt! Jørgen Norheim, geboren 1952 in Ostnorwegen, studierte Geschichte, Philosophie und Theologie. Nachdem er zunächst bei einem Verlag tätig war, ist er seit 1994 als Schriftsteller tätig. „Der Adjutant“ ist sein vierter Roman und wurde 2008 für einen angesehenen norwegischen Literaturpreis nominiert. Rezension: Angelika Steinhäuser Jørgen Norheim |





