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Dorothee Schmitz-Köster Der Krieg meines Vaters |
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Unter den Neuerscheinungen des Sommers 2004 fiel mir dieser Titel besonders auf. Es ist die wahre Geschichte eines jungen Deutschen, der einen Teil des zweiten Weltkrieges in Norwegen verbringen musste (oder durfte), zusammengestellt anhand des Briefwechsels zwischen Mutter und Sohn. Dorothee Schmitz-Köster, die Tochter des ehemaligen Soldaten Rudolf, hat in ihrer Jugendzeit viel mit dem Vater über dessen „Kriegsabenteuer“ diskutiert. Seine Einstellung zum Krieg, die Erinnerungen an Abenteuer und Heldentum konnte sie nie akzeptieren. Als Vertreter der Nachkriegsgeneration war ihre Einstellung zum Krieg gänzlich anders als die des Vaters. Als nach einer schweren Krankheit des Vaters die sorgsam gebündelten Briefe aus der Kriegszeit in ihre Hände geraten, beginnt sie diese sorgfältig zu lesen und zu analysieren. Und nicht nur das: sie beginnt zu recherchieren, knüpft Kontakte zu den Kontaktpersonen Rudolfs in Norwegen, besucht diese und spricht mit ihnen. Die in den Briefen beschriebenen Situationen, Begegnungen mit Land und Leuten, sowie Rudolfs Schilderungen über seine Tätigkeiten als Soldat in besetztem Land, bringt sie in Kontext mit den geschichtlichen Abläufen. Aus vielen Quellen setzt sie erklärende Sequenzen in den Text, zitiert aus Zeitschriften und kritischen Büchern um so auch dem nicht so gut informierten Leser einen Zugang zur Thematik zu ermöglichen. Diesem Buch liegt eine unwahrscheinliche Fleißarbeit an Recherchen zugrunde, es ist trotz des schwierigen Themas ungemein spannend zu lesen. Ich hatte es mit nach Norwegen in den Urlaub genommen, mir zu jeder Fußnote die entsprechenden Erklärungen herausgesucht und erst nach der letzten Zeile aus der Hand gelegt. Es hilft mit Sicherheit der interessierten Nachkriegsgeneration vieles, was im zweiten Weltkrieg geschehen ist (nicht nur in Norwegen) besser zu verstehen und animiert dazu, sich mehr damit auseinanderzusetzen. Auch die Tatsache, dass zu Ende des Buches die Tochter mit dem Vater versöhnt ist, setzt ein gutes Zeichen. Dieses Buch ist ein unbedingtes „muss“ für jeden interessierten Nordlandfahrer, Skandinavienfan und sicherlich auch für den objektiv interessierten Norweger. Die Autorin, Dorothee Schmitz-Köster, Jg.1950, studierte Germanistik, Philosophie und Sozialwissenschaften, arbeitet als Hörfunk-Journalistin und Buch-Autorin. Von ihr erschien auch: Deutsche Mutter, bist du bereit? Alltag im Lebensborn.
Rezension: Angelika Steinhäuser |
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Dorothee Schmitz-Köster: Der Krieg meines Vaters Mit 43 Fotos und Faksimile Aufbau Verlag, Berlin, 2004 ISBN 3-7466-8114-6 Preis: 8,95 Euro |





