| Alle Fotos: © The Munch Museum / The Munch Ellingsen Group / VG Bild-Kunst, Bonn 2011, Foto: Karen Blindow | |||
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| Erste Sonderausstellung nach der Wiedereröffnung | |||
| Erste Sonderausstellung nach der Wiedereröffnung der Kunsthalle Bremen widmet sich dem Werk Edvard Munchs und ergründet Rätsel auf und hinter Gemälden des norwegischen Künstlers. | |||
| Ausgangspunkt der Ausstellung ist eine außergewöhnliche Entdeckung: Während einer Untersuchung des Munch-Gemäldes „Das Kind und der Tod“ (1899) wurde im Jahr 2005 eine weitere Leinwand gefunden, die ein bisher unbekanntes Bild des Künstlers zeigt: „Mädchen und drei Männerköpfe“ (1895-98). | |||
| Kunsthallen-Direktor Emil Waldmann | |||
| Kunsthallen-Direktor Emil Waldmann hatte das besagte Werk 1918 für 20.000 Mark als erstes Gemälde des Norwegers für ein deutsches Museum erworben und konnte nicht ahnen, dass das Bild ein weiteres Gemälde Munchs verbarg. Erst als das Munch Museum in Oslo im Rahmen der Vorbereitungen für das Werkverzeichnis des Künstlers darum bat, den Bremer Munch genauer zu untersuchen, entdeckte eine Restauratorin der Kunsthalle die zweite Leinwand. Das obere Bild wurde daraufhin abgespannt und auf einem eigenen Keilrahmen befestigt, so dass die Kunsthalle seit der Entdeckung zwei Werke Munchs zu ihrer Sammlung zählt. | |||
| Die neu entdeckte Komposition | |||
| Die neu entdeckte Komposition „Mädchen und drei Männerköpfe“ stellt einem zarten Mädchenakt drei stilisierte Männerfratzen gegenüber. Munch vereinigt in diesem Bild existenzielle Themen wie Unschuld und Begierde, Liebe und Tod, die ihn zeitlebens beschäftigt haben. Und doch bleibt das Werk höchst rätselhaft, denn die Komposition ist einzigartig in seinem OEuvre. Der spektakuläre Fund verlieh der Ausstellung ihren Namen: „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“. „Die Ausstellung ergründet Munchs Motive und seine Bildsprache und untersucht die beiden Bremer Gemälde im Kontext seines Gesamtwerkes“, so Dr. Dorothee Hansen, Kuratorin der Ausstellung. Hochrangige Leihgaben stellen den Zusammenhang mit Munchs zentraler Werkgruppe, dem „Lebensfries“ her und spüren in acht Kapiteln den einzelnen Motiven wie dem der Pubertät, der Begierde, Masken, Liebe und Tod, Trauer und Angst sowie das Kind im Dialog mit dem Betrachter auch in den Zeichnungen und der Druckgraphik nach. | |||
| Zugleich geht es um die Frage, wie Munch seinen Bildern die eindrucksvolle Intensität verlieh. So entwickelte er einerseits – wie in dem neu entdeckten Bild – eine höchst künstliche Symbolik, andererseits schuf er erschütternde Ausdrucksfiguren, die den Betrachter unmittelbar berühren. Das stille Entsetzen des Kindes angesichts der toten Mutter erweist sich als eine Variante des berühmten Bildes „Der Schrei“. | |||
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76 Werke, darunter 36 Gemälde sowie 40 Handzeichnungen und Druckgrafiken, umfasst die Ausstellung. Leihgaben kommen aus so renommierten Museen wie dem Art Institute of Chicago, dem Munch Museum in Oslo oder dem Kunstmuseum Basel. Um die für die Ausstellung entscheidenden Leihgaben aus Norwegen zu erhalten, musste die Kunsthalle den Sicherheitstest eines Expertenteams des Munch Museums bestehen, das vor der Ausstellung nach Bremen gekommen war, um sich über die Klimatechnik und den Sicherheitsstandard der neuen Kunsthalle zu überzeugen. Anlässlich der Ausstellung erscheint neben dem umfassenden Katalog das erste deutschsprachige Kinderbuch zu Munch: Edvard. Munch für Kinder beschreibt Leben und Werke des großen Malers aus Norwegen, erklärt dabei auch verschiedene künstlerische Arbeitsweisen, wie Holzschnitt, Radierung und Lithografie. Vor allem aber erzählt es das Geheimnis des Bildes Das Kind und der Tod. | ||
| Kunstpräsentation | |||
| Erstmals findet begleitend zu einer großen Sonderausstellung der Kunsthalle eine ergänzende Kunstpräsentation im eigenen Haus statt. Die von Dr. Anne Buschhoff kuratierte Begleitausstellung in den erweiterten Sälen des Kupferstichkabinetts „Liebe, Angst und Tod in Werken von Edvard Munchs Zeitgenossen. Max Klinger, Odilon Redon, Félicien Rops, Félix Vallotton u.a.“ versteht sich als Hintergrundfolie und Echo zu der Munch-Ausstellung und behandelt Themen und Motive, um die die Munch-Ausstellung kreist. Zu sehen sind 50 grafische Arbeiten von mehr als 20 belgischen, deutschen und französischen Künstlern. | |||
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| Lesen Sie auch: Erstes deutsches Kinderbuch zu Edvard Munch | |||
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| 15. Oktober 2011 bis 26. Februar 2012 „Edvard Munch – Rätsel hinter der Leinwand“ Kunsthalle Bremen, Am Wall 207, 28195 Bremen www.munch-bremen.de, www.kunsthalle-bremen.de |
Öffnungszeiten: Dienstag 10:00-21:00 Uhr Mittwoch bis Sonntag 10:00-18:00 Uhr |
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| DNF-Tipp: Vom 19.-22.12.2011 und vom 09.-13.01.2012 finden Schulklassenwochen statt. In dieser Zeit werden sich zahlreiche Schulklassen in der Ausstellung bewegen. |
Eintritt: Erwachsene: 11,00 € 6-21 Jahre: 4,00 € Für Gruppen ab 10 Pers.: 9,00 € p. P. |
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| Zur Ausstellung erscheint im DuMont Buchverlag ein Katalog: Edvard Munch. Rätsel hinter der Leinwand Dorothee Hansen (Hg.) 200 Seiten, mit ca. 200 farbigen Abbildungen H30,5 x B24,0 Hardcover € 34,95, € 29 (in der Ausstellung) Erstverkaufstag: 12.10.2011 |
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