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Arbeiten in Norwegen

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Freie Mobilität
Die Freizügigkeit der Arbeitssuche und -ausübung ist im Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) gewährleistet. Das EWR-Abkommen besteht zwischen Norwegen und 17 anderen Staaten, den 15 EU-Staaten sowie Liechtenstein und Island. Auch die Schweiz ist durch bilaterale Verträge an diesem paneuropäischen Arbeitsmarkt angegliedert. Die Bürgerinnen und Bürger dieser Staaten können sich drei Monate lang zur Arbeitssuche ohne Aufenthaltserlaubnis in Norwegen aufhalten. Wer sich länger als drei Monate in Norwegen aufhalten will, muss sich bei der örtlichen Polizei melden. Dazu benötigt man einen Einstellungsnachweis und einen gültigen Reisepass. Ein Arbeitserlaubnis ist nicht notwendig. arbeiter1

Anerkennung von Abschlüssen
Im Prinzip wird eine in einem EWR-Staat erteilte Berufszulassung in den anderen Staaten ohne weitere Prüfungen fachlicher oder sonstiger Art anerkannt. Es gibt jedoch Ausnahmen. Daher ist es empfehlenswert, sich rechtzeitig bei den jeweiligen Berufsverbänden zu erkundigen, ob der eigenen Ausbildung vergleichbare Abschlüsse in der Vergangenheit anerkannt worden sind. Je nach Berufsgruppe und Wohnort ist eine andere Stelle zuständig. Koordinierend für die Anerkennung von Studienabschlüssen ist: NOKUT, Postboks 1708 Vika, N-0121 Oslo, www.nokut.no, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Zunächst einmal ist zu unterscheiden zwischen Ausbildungen, die mindestens drei Jahre dauern und solchen, die weniger als drei Jahre dauern, da für einzelne Berufe bestimmte Mindestanforderungen in Bezug auf die Ausbildungsdauer oder Praktika gelten. Dann können auch die Arbeitgeber besondere Qualifikationen verlangen, die über die Zulassungsanforderungen hinausgehen, zum Beispiel Sprachkenntnisse oder zusätzliche Berufserfahrung. Die Anerkennung der Abschlüsse in Norwegen ist im wesentlichen dezentral geregelt. Ausnahmen gelten unter anderem für Zulassung als Rechtsanwalt (Tilsynsrådet for advokatvirksomhet) und als Gesundheitsdienstleistende (Statens autorisasjonskontor for helsepersonell). Für diese beiden Berufe gelten EU-Richtlinien.

Hilfe in Norwegen
Einen ersten Gesamtüberblick über den Bedarf an Arbeitskräften in Norwegen bietet das Norwegenportal: www.norwegen.no. Dort findet man viele praktische Hinweise für die Arbeitssuche in Norwegen. Die Anschriften und Telefonnummern der über 150 norwegischen Arbeitsämter finden sich im Internet auf www.nokut.no und www.gulesider.no. Allerdings kann bei den Ämtern fast nur Norwegisch und Englisch gesprochen werden. Es ist auch möglich, das Servicetelefon: +47 - 80 03 31 66 zwischen 8:00 und 18:00 Uhr anzurufen, um sich nach Stellenangeboten in Norwegen zu erkundigen. Zu diesem Service, der von der norwegischen Arbeitsmarktverwaltung, Aetat, angeboten wird, gehört der Versand von Stellenbeschreibungen. Diese liegen allerdings nur auf Norwegisch vor. Das paneuropäische Netzwerk EURES (EURopean Employment Services) verfügt auch über eine Datenbank mit offenen Stellen in der EU und in Norwegen. Auskünfte erteilen die EURES-Berater bei Stützpunkt-Arbeitsämtern des jeweiligen Bundeslandes.

Arbeitgeber in Norwegen
Die Jobbörsen www.finn.no/finn/job, www.nokut.no und www.stepstone.no ermöglichen die eigenständige Suche. Die Deutsch-Norwegische Handelskammer hat 600 Mitgliederfirmen in Norwegen und Deutschland. Die Adressen norwegischer Unternehmen sind hier zu finden: www.gulesider.no, www.careerjet.no. Die meisten Firmen haben eigene Webseiten und können mit www.google.de leicht gefunden werden. Viele haben dort schon Stellenausschreibungen mit Antragsformularen liegen, zum Beispiel: www.statoil.com/jobb, siemens.no/jobb, www.bos.no, www.hydro.com/no. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. ; Telefon: +47 - 95 82 25 63. Führungskräfte werden durch Executive Search vermittelt. Diese findet man leicht im Internet mit kombinierten Suchwörtern, wie +headhunter +stavanger. Da auch in Norwegen nur etwa 20 % der Jobs durch Ausschreibungen und 80 % informell, durch bereits bekannte Kandidaten, besetzt werden, gilt es sich selber gut zu vermarkten, Kontakte zu knüpfen, ja aktiv networking zu betreiben.

Zeitungen
Die größte überregionale Zeitung ist "Aftenposten", in der täglich, vor allem donnerstags, offene Stellen veröffentlicht werden. In der Sonntagsausgabe werden oftmals Anzeigen der letzten Wochentage zusammengefasst. Die größten regionalen Zeitungen sind "Adresseavisen" (Trondheim), "Bergens Tidende" und "Stavanger Aftenblad". [mehr unter Medien]

Deutsche Schule Oslo
Die "Deutsche Schule Oslo - Max Tau" gewährleistet Bildungskontinuität für Kinder, die von Deutschland kommen und dorthin zurückkehren, ab Kinder-garten bis zur 10. Klasse. Eine Erweiterung um eine 11. und 12. Klasse, mit deutschem Abitur, wird ab 2006/07 angestrebt. Vgl. "DNF-Magazin-2-2002" und www.deutsche-schule.no; E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Sporveisgata 20, N-0354 Oslo, Telefon: +47 22931220, Fax: +47 22931230 20_jahre_dso

Norwegisch lernen
Deutsche Fachkräfte werden gerne eingestellt, wenn sich die Sprachbarriere überbrücken lässt. Grundsätzlich werden gute Kenntnisse der norwegischen Sprache für eine längerfristige Beschäftigung in Norwegen vorausgesetzt. Eine Alternative sind auch gute dänische oder schwedische Sprachkenntnisse, weil Norweger diese verwandten Sprachen problemlos verstehen. Die Zweitsprache der meisten Norweger ist Englisch. Die großen internationalen Konzerne, wie Norsk Hydro, Aker-Kværner, Statoil oder Veritas, benutzen Englisch als Arbeitssprache. Viele Mitarbeiter dieser Unternehmen können gar kein Norwegisch.

Hilfe in Deutschland
In Deutschland bietet die Zentralstelle für Arbeitsvermittlung (ZAV), Villemombler Straße 76, 53123 Bonn, Beratung und Vermittlung an.
Telefon: 0228-713 13 13.
Internationale Stellenangebote und Infos auf: www.ba-auslandsvermittlung.de

In Berlin gibt es eine private norwegische Arbeitsvermittlung: Gunn Rogge vermittelt hauptsächlich Handwerker, Kfz-Mechaniker und Zahnärzte.
Die Arbeitssuchenden müssen mindestens fünf Jahre Berufserfahrung haben und zwei bis drei gute Referenzen:
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. und Telefon: 030 - 82 70 97 77

Baltic Training Center Rostock (BTC) bietet eine zwölfwöchige theoretische Ausbildung in Rostock mit 400 Stunden Sprachintensivausbildung an. Gleichzeitig wird den Teilnehmern ein individuelles Job-Coaching und damit Unterstützung bei der selbständigen Suche nach Praktika und Arbeitsplätzen geboten. Die Leiterin, Birgit Krone, vermittelt anschließend oft ein 1 - 12 Wochen dauerndes Praktikum im zukünftigen Unternehmen als Vorbereitung auf die Festanstellung: BTC, August-Bebel-Straße 32b, 18055 Rostock, Telefon: 0381- 20 73 93, www.btcweb.de

Deutsches Arbeitslosengeld
Die neue Mobilitätwird auch durch die Auszahlung deutschen Arbeitslosengeldes drei Monate lang durch die norwegischen Arbeitsämter (Aetat-Ämter) vor Ort in Norwegen gefördert, wenn vorher in Deutschland vier Wochen lang Arbeitslosengeld bezogen wurde. Diese E303-Regelung gilt gegenseitig europaweit während der Zeit, in der man im Ausland einen Job sucht. Wichtig dabei ist, dass der Anspruch auf Arbeitslosengeld verloren geht, wenn man nicht innerhalb von diesen drei Monaten wieder nach Deutschland zurückkehrt. Die Betreffenden sollten sich vor der Ausreise unbedingt mit ihrem deutschen Arbeitsamt in Verbindung setzen, um sich über Antragsvoraussetzungen und -verfahren zu informieren. Auch kann die Auszahlung des Arbeitslosengeldes in Norwegen einige Zeit in Anspruch nehmen, so dass ausreichend Geldmittel mitgebracht werden müssen. Diese Auszahlungen werden dem Aetat-Amt anschließend durch die deutschen Behörden zurückerstattet.

Krankheit und Rente
Wer in der ersten Zeit in Norwegen erkrankt, kann mit Hilfe des E111-Formulars Leistungen erhalten. In Norwegen sind alle Arbeitnehmer in der staatlichen Krankenversicherung (Folketrygd) versichert. In Deutschland ist für Fragen der Krankenversicherung mit internationalem Bezug die "Deutsche Verbindungsstelle Krankenversicherung (DVKA)" Ansprechpartner. Pennefeldsweg 11-15, 53117 Bonn, Telefon: 0228 - 95 300, Fax: 0228 - 30 600, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. . Rentenversicherungszeiten in verschiedenen EWR-Mitgliedstaaten werden auf der Grundlage der Verordnung 1408/71 für die Rentenzahlung zusammengerechnet. Auskunft über die Einzelheiten erteilt der jeweilige Rentenversicherungsträger in Deutschland, z.B. die LVA Schleswig-Holstein, Zeigelstraße 150, 23556 Lübeck, Telefon: 0451-48 50, Fax: 0451 - 4851-777, www.lva-schleswig-holstein.de.

Umzug
Wer beim Umzug nach Norwegen ein Kraftfahrzeug mitnehmen will, muss dieses verzollen, wenn der Aufenthalt länger als zwei Jahre sein wird. Nach der Einreise ist auf jeden Fall beim Zollamt eine Bewilligung einzuholen. Der norwegische Zoll ist im Internet unter www.toll.no vertreten.

Die Informationen für diesen Artikel stammen außer von den im Text genannten Stellen von: Carmen Inga Dahl, Aetat Molde; Dr. Birgit Frie, Deutsche Botschaft Oslo; Ewald Bernd Otto, Ministerium für Handel und Wirtschaft Oslo und Ingrid Simonnæs, Norges Handelshøyskole (NHH) Bergen.
Bundesagentur für Arbeit (BA) und Zentrale Auslands- und Fachvermittlung (ZAV) hat im März 2007 eine Broschüre als PDF zum kostenlosen Download herausgebracht.
Jürgen Sander
DNF-Regionalgruppe Nordhessen
Terje I. Wølner-Hanssen
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