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Unsere Wanderung in Jotunheimen über den Besseggen- Grat
Am grünen Gletschersee Gjende, über den Linienboote fahren, kann man die klassische Wanderung über den aus Henrik Ibsens Roman „Peer Gynt“ bekannten Besseggengrat unternehmen. Unterwegs genießt man ein atemberaubendes Panorama.
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Diese Sätze, einer Touristinformation entnommen, haben uns dazu bewegt, diese Tour im Jahr 2006 zu machen. In den Jahren davor waren wir schon am Bygdin- und Gjendesee gewandert, aber zum Besseggen-Grat hoch hatten wir uns noch nicht getraut.
"Gehzeit 5 bis 6 Stunden, Höhenunterschied 910m, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit",
war in einem Wanderführer zu lesen.
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Unser Wohnwagen stand auf einem Campingplatz in Randsverk an der RV 51. Von dort fuhren wir mit dem PKW zum DNT Berghotel Gjendesheim. Der große Parkplatz war noch relativ leer. Wir hatten geplant, mit dem Schiff von dort aus über den See nach Memurubu zu fahren und von dort die Wanderung anzutreten. Abfahrt war gegen 10:00 Uhr. Wanderer aus allen Nationen versammelten sich an der Anlegestelle. Das Boot MS Gjende war bis auf den letzten Platz besetzt als die Fahrt losging, immer entlang der riesigen Wand des Veslefjellet (1743m), die wir überqueren wollten. Nach ca. ½ Stunde legte das Schiff bei der DNT Hütte Memurubu an.
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Wie bei einem Sportwettkampf eilten die Menschen von Bord und hasteten den markierten Wanderweg hinauf. Es ist empfehlenswert, die DIX- Toiletten an der DNT Hütte zu nutzen. Diese Tour ist keine einsame Fjellwanderung wie wir es sonst von Norwegen kennen. Man ist immer beobachtet, es erwartet einen über viele Stunden ein baumloser Hochgebirgssteig mit Geröll und Felsen.
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Vor dem Grat machten wir eine kurze Mittagspause und genossen das Panorama. Rechts der Gjendesee und links der Bessvatnet und viele Berge in der Nähe und am Horizont. Wir vergaßen das Fotografieren; ich glaube diese Eindrücke ließen sich so direkt nicht einfangen, aber sie sind bei uns in der Erinnerung gespeichert.
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Es ging weiter zum Grat. Wir trafen jetzt Wanderer die uns entgegen kommen, die die Tour von Gjendesheim her machten. Einige sogar mit Babys auf dem Rücken! Es wird eng, angeblich 10m breit, wir haben nicht nachgemessen. Keine Zeit und Gelegenheit zum Rasten. Zu beiden Seiten geht es steil herunter zu den beiden Seen, einige 100m steil abwärts. Geröll und Felsen waren trocken. Es ließ sich gut steigen, Halteseile gab es nicht. Dieser Felsabschnitt war nicht sehr lang, der Grat wurde wieder breiter und wir stiegen das Veslefjellet hinauf. Ein riesiges Steinmal war dort errichtet.
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Wir gönnten uns eine Pause, die Kniee machten sich schon bemerkbar. Der Abstieg zu unserem Auto lag noch vor uns, 750m Höhendifferenz. Wir konnten schon jetzt auf Gjendesheim herunter sehen, also nicht mehr weit, dachten wir zumindest!
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Langsam brachten wir unsere Beine wieder in Schwung. Der Weg wurde feucht, Moos, Gras, kleine Sträucher und Blumen wuchsen nun wieder im Fjell. Die Rutschgefahr war hier groß. Wir beobachteten einen Mann, der die Spitzen der Wanderstiefel seiner Frau mit einem Messer abschnitt. Sie hatte sich Blasen an den Zehen gelaufen und dieses sollte die letzte Rettung sein, um weiter zu kommen.
Die verbleibenden Kilometer waren auch sehr anspruchsvoll. Kurz vor dem Parkplatz gab es eine gemauerte Steintreppe mit unterschiedlich langen und hohen Stufen, das erforderte noch einmal ganze Konzentration. Nun waren wir endlich unten und konnten Kaffee im Pappbecher genießen, Glückliche Gesichter von Christina und mir. Ein Blick zur Uhr zeigte, dass wir mehr als 6 Stunden unterwegs gewesen waren.
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Beim Campingplatz angekommen meldeten wir uns beim Besitzer wieder zurück, den wir morgens über unsere Wandertour informiert hatten. Er fragte lachend: “Macht ihr die Wanderung wieder?“ Wir schüttelten den Kopf. Er kannte diese Antwort schon von anderen Gästen.
Es gibt noch viele andere Hochgebirgssteige in Norwegen. Der Besseggengrat ist jedoch sehr empfehlenswert und ist bei uns in bleibender Erinnerung.

Sehen Sie auch den Youtube-Film über eine Bessegengrat-Wanderung

Text und Fotos: © Rolf und Christina Wengler

Beim Campingplatz angekommen meldeten wir uns beim Besitzer wieder zurück, den wir morgens über unsere Wandertour informiert hatten. Er fragte lachend: “Macht ihr die Wanderung wieder?“ Wir schüttelten den Kopf. Er kannte diese Antwort schon von anderen Gästen.


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