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Chris Tvedt
Auf eigene Gefahr
 
Tvedt_Auf_eigene_Gefahr_350dpi Es sei gleich vorab gesagt: dies ist kein Kriminalroman für schwache Nerven! Aber er ist außergewöhnlich spannend! Rechtsanwalt Mikael Brenne soll einen Mörder verteidigen, der ein abscheuliches Verbrechen begangen haben soll. Ein junges Mädchen wurde brutal gequält und ermordet, der (vermutliche) Mörder Alvin Mo wirkt auf Mikael absolut abstoßend. Alles in Rechtsanwalt Brenne sträubt sich dagegen, so einen Mörder zu verteidigen, aber das ist ja schließlich sein Job.
Da alle Indizien gegen Alvin Mo sprechen, findet er sich damit ab, diesen Prozess zu verlieren. Da taucht buchstäblich in letzter Minute eine Frau auf, die eine entlastende Aussage macht. Und Mo wird freigesprochen! Jetzt geschieht das Unglaubliche: als alle Zuschauer aus dem Gerichtssaal gehen, flüstert Mo dem Vater des Mädchens zu: „Deine Tochter hörte sich an wie ein junges Katzenbaby, als ich das Messer in sie gestoßen habe!“ Nur der Vater und Brenne haben das gehört!
Brenne findet keine ruhige Minute mehr. Obwohl er ja nur seinen Job gemacht hat, fühlt er sich schuldig. Schuldig den Eltern des Mädchens gegenüber, deren Leben zerbrochen ist. Er beginnt zu recherchieren, was war das für eine Entlastungszeugin, diese Nina Hagen? Gleichzeitig beginnt jemand, Brenne zu bedrohen. Als dann plötzlich Alvin Mo tot aufgefunden wird, genau so brutal ermordet, wie das junge Mädchen, beginnt die ganze Sache aus dem Ruder zu laufen. Denn Brenne lässt sich zu Handlungen hinreißen, die ein Rechtsanwalt niemals anfangen dürfte. Er unterschätzt die Gefährlichkeit des wirklichen Mörders und setzt sein Leben tödlicher Gefahr aus….

Die handelnden Figuren sind sehr anschaulich geschildert, vor allem Mikael Brenne selbst mit all seinen Zweifeln und Gedanken. Dieser Krimi lässt einen nicht los, er ist wirklich spannend bis zur letzten Zeile. Und selbst als man den Fall als eigentlich gelöst ansieht, setzt Chris Tvedt noch ein „I-Tüpfelchen“ darauf.
Planen Sie schon mal eine oder zwei schlaflose Nächte ein!
Auch sprachlich und stilistisch ein wirklich besonders empfehlenswertes Buch.
Ich freue mich schon auf den nächsten Mikael Brenne Krimi!

Chris Tvedt wurde 1954 in Bergen geboren. Er studierte Jura und Literaturwissenschaften, praktiziert als Rechtsanwalt und lebt mit seiner Familie in Bergen. Der erste Roman um Mikael Brenne trägt den Titel: „Frei von Schuld“ und ist auch an dieser Stelle besprochen.

Rezension: Angelika Steinhäuser

Chris Tvedt
Auf eigene Gefahr
Aus dem Norwegischen von Günther Frauenlob
Originaltitel: Fare for Gjentakelse
Knaur Taschenbuchverlag München 2010, 379 Seiten
ISBN 978 3 426 50076 7
Preis: 8,99 €


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