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Karin Fossum
Fremde Blicke
Fossum_-_Fremde_Blicke Konrad Sejer verschlägt es in diesem Buch in ein kleines norwegisches Dorf in der Fjordlandschaft. Dort wird ein 17jähriges Mädchen ermordet an einem Weiher aufgefunden. Annie wurde nackt, aber sorgsam zugedeckt aufgefunden, keine Vergewaltigung oder sonstige Gewaltanwendung ist an dem Mädchen zu entdecken.
Im Dorf ist Annie wohl bekannt, wohl gelitten, sie war zu jedermann freundlich, niemand kann sich einen Grund für die schreckliche Tat vorstellen. So gehen die Kommissare von Haus zu Haus und versuchen sich aus vielen kleinen Bausteinen ein Bild zu machen. Da ist zum einen der Freund der Toten, ein eigenbrötlerischer Junge, welchem mancher der Dorfbewohner die Tat zutraut. Da gibt es einen mongoloiden jungen Mann, welcher aber harmlos sein soll- oder vielleicht doch nicht? Zerrüttete Familienverhältnisse, ein vor zwei Jahren zu Tode gekommenes Kleinkind, welches Annie gern gehütet hat, eine überspannte, vielleicht eifersüchtige Schwester, viele Möglichkeiten, aber keine echten Motive, einen Menschen zu töten! Hervorragend, wie Kommissar Sejer die Teile des Puzzles zusammensetzt, wie er sich nicht von seinem Bild, seiner Vorstellung abbringen lässt, und seine Spürnase wieder einmal den richtigen Riecher hatte. Und es wäre nicht ein echter Karin Fossum Krimi, wenn nicht zum Schluss, nach dem Aufdecken der Tat, noch ein Akzent gesetzt würde, der den Leser nachdenklich zurücklässt!

Rezension: Angelika Steinhäuser

Karin Fossum
Fremde Blicke
Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs
Piper Verlag, München 2004, 352 Seiten
ISBN 978 3 492 23060 5
Preis 9,95 €


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