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Entdecken Sie auch unsere übersetzten norwegischen Rezepte mit dem jeweiligen Film der Zubereitung.

Manch einen erfüllt es mit Schaudern, andere erfreut es.

Die norwegische Küche, bzw. ein Teil von ihr, ist sicherlich nicht jedermanns Geschmack - interessant ist sie allemal. Darf man doch nicht unterschätzen, dass ein gewaltiger kultureller Hintergrund zu betrachten ist. Zu erwähnen ist auch, dass der zweitbeste Koch der Welt (Bent Stiansen) aus Norwegen kommt. Sich mit der norwegischen Küche auseinander zu setzen, erfordert ein gewisses Fachwissen. Trocken-, Laugen-, Klipp- und Boknafisch sind nur der Anfang. Es gibt aber auch "Unfische". Das sind die, die äußerlich nicht gerade eine Schönheitskonkurrenz gewinnen können. Bekanntlich sind das aber oft die schmackhaftesten -zum Beispiel Seeteufel und Steinbeißer. Natürlich haben sich auch die Norweger besonnen - und Geschmack am äußerlich unschönen Tier gefunden.

Brei, Fisch, Fleisch...

Der Pfarrer und Dichter Petter Dass hat einmal eine Hymne auf geräucherte Schinken geschrieben: "Ich hab einen Schinken, er mög euch bekommen. Er hängt im Rauch nun im neunten Herbst - gereift ist er wohl zum Genusse!" Bei so viel Schwärmerei bleibt einem fast nichts anderes übrig, als tiefer in die Genüsse abzutauchen. Geräuchertes Fleisch ist eine der Spezialitäten auf der nordischen Tafel. Hammelkeule (fenalår), Schinken, Salami, Hammelwurst (fårepølse), Kuttelwurst (morrpølse) - dazu Sauerrahm, Rührei und Kartoffeln. Und danach einen doppelten Aquavit. Wohl bekomms! Sehr beliebt, besonders zum Frühstück, sind Breie jeder Art: Gersten-, Mehl-, Hafer-, Molke-, Gries- und sogar Wasserbrei!

Die Zunge des Kabeljaus

Die Dorschzungen sind hierzulande kaum ein Begriff. In Norwegen sind sie eine Delikatesse. Norwegische Schüler bekommen sogar schulfrei, wenn große Fischfänge anstehen. Die Zungen stehen gekocht, gebraten oder frittiert auf dem Speiseplan. Fisch ist fast überall in Norwegen die Nummer 1 auf dem Speisezette. Ob überbacken, gekocht, gebraten, als Klöße oder in der Suppe. Selbstverständlich finden sich auch Krusten und Schaltiere auf Norwegens Tischen. Sehr beliebt ist "Bacalao", e in Gericht, welches mit Klippfisch zubereitet wird. Am Lutefisk (Laugenfisch) kommt man ohnehin fast nicht vorbei. Für mitteleuropäische Nasen allerdings ist allein der Geruch fast unerträglich. Aber diese Gerichte sind aus der norwegischen Geschichte nicht weg zu denken. Vor allem in der sogenannten dunklen Jahreszeit standen die Gerichte aus Lutefisk auf der Tagesordnung. Heutzutage ist es so, dass diese Gerichte hauptsächlich in der Vorweihnachtszeit serviert werden. Der Fisch ist mager - die Beilagen deftig. Dazu gibt es Bier - und den unvermeidlichen Aquavit. Die Historie reicht lang zurück: bereits Olaus Magnus beschrieb im Jahre 1555 die Herstellung von Lutefisk: "Leg den Trockenfisch zwei Tage in eine starke Lauge und danach einen Tag ins frisches Wasser. Der Fisch ist nun weich und delikat und dem Menschen bekömmlich." Nun, das möge jeder selbst entscheiden... Äußerst beliebt sind zudem diverse Gerichte aus Fischfarce. Die Kreativität kennt fast keine Grenzen, und man könnte hier noch seitenlang darüber berichten.

Fleischliche Genüsse

Natürlich sind die Norweger auch den fleischlichen Genüssen nicht abgeneigt. "Wallenbergare" heißen die hierzulande als Fleischpflanzerl oder Frikadellen bekannten Teilchen. Das berühmte "Fårikål" ist nicht nur den Lesern norwegischer Krimis bekannt. Hammel in Kohl - überhaupt spielen Lamm und Hammel eine große Rolle auf Norwegens Speisezetteln. Auch der gute alte Schafskopf steht ab und an auf dem Plan. Für die Zubereitung benötigt man sogar ein paar Teelöffel Salpeter. Die geräucherte Schweinerippe steht häufig am Weihnachtsabend auf den Tafeln. Angesichts der Fauna Norwegens steht auch Wild wie Elch, Rentier, Schneehuhn oder Alk auf dem Speiseplan.

Schatzkasten

Die norwegische Küche ist ein Schatzkasten für jeden Gourmet. Vielfältig, kreativ, voller Überraschungen. Und weit besser als ihr Ruf. Die Küche ist einfach aber durchaus schmackhaft. Und "Bio" ist fast schon Voraussetzung. Dafür um so mehr wilde Kräuter - zum Beispiel Wacholderbeeren, Kümmel, Thymian und Koriander. Gewürze und Wein sind heute die Schlagworte beim Kochen. In grauen Vorzeiten war das anders – da wurde sparsam bis gar nicht gewürzt. Zucker war früher knapp - obwohl man die nordische Küche an sich schon gerne mit dem Attribut "süß" assoziiert. Ein Trugschluss - ebenso, wie, dass Küche nahezu ungenießbar wäre.

300 Bullerbue Sarah Schock u. Lotte Reinhardt
Leben und Kochen wie in Bullerbü

Der Untertitel dieses Buches lautet sehr zutreffend: Nordische Ideen und Rezeptevom Lande. Was lieben wir „Nordland Fans“ besonders an Norwegen oder Schweden oder Dänemark? Außer der Natur und der Landschaft: das „hyggelige Leben“. In diesem Buch erfahren wir, wie man sich davon ein wenig nach Hause holen kann. Und außerdem bekommen wir erklärt, was „noma“ ist: abgekürzt „nordisches Essen“, kommt von: „nordisk“ und „mat“. Und „Nordic Diet“ steht für die neue nordische Ernährung: natürliche Zutaten aus dem eigenen Land, eine Lebensweise, die immer mehr Skandinavier zu leben beginnen. Und dazu finden wir hier die passenden Rezepte, eingerahmt mit Zitaten von Astrid Lindgren und aufgelockert von schönen Fotos, die einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen…

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rezeptbuch Trine Hahnemann
Die skandinavische Küche
Fotos: Lars Ranek

 

Zu diesem Thema passt folgender Bildband ganz hervorragend. Dieses Buch ist ein wunderschön aufgemachter, großformatiger Band mit herrlichen Fotos und tollen Rezepten, welche einem das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen.

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