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Mit seiner Heimat verbindet man oft vieles. Bestimmte Städte, gewisse Traditionen, markante Berge. Viele heben solche Besonderheiten hervor. Beispielsweise geschieht dies durch eine besondere Vermarktung im touristischen Sinne. Wer kennt nicht Kölnisch Wasser, Lübecker Marzipan, Münchener Bier oder den Hamburger Michel? Manchmal werden Besonderheiten auch mit einem ganzen Staat verbunden, wie die Fjorde mit Norwegen oder das Opernhaus von Sydney mit Australien. Aber habt ihr schon einmal von den Fylkessteinen aus Norwegen gehört?

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(Anorthositformation im Fylke Rogaland. Quelle: Mikenorton)

Dass es in Norwegen beeindruckende Gesteinsformationen gibt, verwundert wohl kaum einen Nordreisenden mehr. Fast jeder, der das nordische Königreich einmal bereist hat, sah den Preikestolen oder den Kjeragbolten über dem Lysefjord, die Trolltunga am Sørfjord oder den Stetind am Tysfjord. Allesamt beeindruckende Naturdenkmale, allesamt aus Stein.

Die Beispiele zeigen, dass besonders kühn geformte Gesteinsformationen zu Bekanntheit und touristischer Bedeutung kommen können. Mit ihnen werden Fjorde, Landschaften und Regionen verbunden. In Norwegen geht die Verbundenheit jedoch weit über diese faszinierenden Ausflugsziele hinaus.

Seit den 1990er Jahren wird der Blick auch auf das Rohmaterial selbst gelegt. Der nationale Geologierat beschäftigte sich damit, welche Gesteinsart für die einzelnen Provinzen Norwegens, die Fylke, charakteristisch seien. Entsprechende Vorschläge wurden schließlich den politischen Instanzen in den Provinzen vorgeschlagen, die die Empfehlung entweder anerkannten oder eigene Vorstellungen einbrachten. Oft handelt es sich um Gesteine, die ausschließlich aus dieser Region stammen. So ist der Fylkesstein für Finnmark der Alta-Quarzit oder für Buskerud der Drammensgranit. Es gibt allerdings auch andere Gründe, wie Steine ausgewählt wurden. Für Svalbard ist beispielsweise die Steinkohle als Fylkesstein festgelegt. Dies beruht auf der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der Kohle für den Archipel im Nordmeer.

Bei der nächsten Reise in den Norden lohnt es sich einmal Ausschau nach den besonderen Gesteinsarten in den einzelnen Provinzen zu halten. So hat man etwas anderes, als die klassischen Touristenziele. Im Folgenden eine kurze Übersicht der einzelnen Fylkessteine:

Østfold: Iddefjordsgranit

Akershus: Rhombenporphyr

Oslo: Nordmarkit

Hedmark: Trysilsandstein

Oppland: Speckstein

Buskerud: Drammensgranit

Vestfold: Larvikit

Telemark: Brynestein

Augst-Agder: Grimstadgranit

Vest-Agder: Farsundit

Rogaland: Anorthosit

Hordaland:Koronit

Sogn og Fjordane: Eklogit

Møre og Romsdal: Gneis

Sør-Trøndelag: Trondhjemit

Nordland: Fauskemarmor

Troms: Sagvanditt

Finnmark: Alta-Quarzit

Svalbard: Steinkohle

14. November 2016


Johanna Wanka, die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat sich am 29. und 30. September mit ihrem norwegischen Pendant, Minister Torbjørn Røe Isaksen, zum bildungspolitischen Dialog in Berlin getroffen. Beide Länder wollen ihre Kooperation intensivieren.

Bildungsdialog

 (Quelle: BMFB)

Zwar ist Norwegen nicht Mitglied der Europäischen Union, jedoch ist es insbesondere im Bereich Forschung und Bildung sehr eng mit den anderen europäischen Staaten verbunden. Dies zeigt sich vor allem in den Programmen ERASMUS, das Studenten die Möglichkeit bietet eine Zeit lang im Ausland zu studieren, und Horizont 2020, das europaweit Innovation und Entwicklung fördern soll.

Im akademischen Jahr 2013/2014 schwärmten insgesamt 1.666 norwegische Studenten und weitere 713 Lehrpersonen und Wissenschaftler an andere Universitäten in Europa aus. Deutschland war dabei nach Großbritannien bei der Beliebtheit auf dem zweiten Platz. In der anderen Richtung kamen im gleichen Jahr 4.806 Studenten und weitere 657 Lehrpersonen und Wissenschaftler aus anderen europäischen Ländern nach Norwegen. Hier war Deutschland mit rund 25% das Land mit dem größten Anteil.

Sowohl Ministerin Wanka wie auch Minister Isaksen unterstrichen in ihren Reden die bereits gute Zusammenarbeit der beiden Länder, die sie als die innovativsten in Europa bezeichneten. Besonderen Fokus legten sie dabei auf die Polarforschung und die Meeresbiologie, wo die Zusammenarbeit bereits sehr gut funktioniert.

Beide sehen allerdings auch Potenzial für einen weiteren Ausbau der Kooperation. Johanna Wanka nannte in diesem Zusammenhang den großen Vorsprung Norwegens in der Elektromobilität als Vorbild für Deutschland. Jede dritte Neuzulassung in Norwegen ist inzwischen ein Hybrid- oder reines Elektrofahrzeug. Von norwegischer Seite ist die sogenannte „Deutschlandstrategie“ zu nennen, die sich zum Ziel gesetzt hat bis zum Jahr 2030 mit einem hohen Einsatz an Forschungsmitteln die Kontakte und Kooperationen zwischen Deutschland und Norwegen besonders in den Bereichen Energie, Klima und Umwelt zu intensivieren.

Da dies auch über persönliche Erfahrungen und Kontakte, wie beispielsweise das ERASMUS-Programm, erfolgen soll, ist auch das Engagement des Deutsch-Norwegischen Jugendforums eine Erwähnung wert, das sich für den jugendlichen Austausch der beiden Länder einsetzt. Dieses feierte unlängst sein 10-jähriges Bestehen, zu dem unter anderem der DNF-Vorsitzende Franz Thönnes und Europa-Staatssekretär Michael Roth gratulierten.

Viele Schritte also hin zu einer stärkeren und engeren Kooperation zwischen Deutschland und Norwegen.

03. Oktober 2016


Wer nach Norwegen reist, der kommt kaum umhin an einem der Fjorde entlang zu fahren, sie sich von der Küste weit in das Landesinnere bohren. Zum Greifen nah scheint das andere Ufer, doch oft zieht sich der Landweg dorthin deutlich länger als angenommen. An einigen Punkten helfen hier Fähren aus. Was für Touristen malerisch und idyllisch erscheint, ist für die norwegische Wirtschaft ein regelrechtes Hindernis. Dies wird nun in Angriff genommen.

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(Bildquelle: The Norwegian Public Roads Administration)

Durch die zahlreichen Fjorde ist die dem Atlantik zugewandte Küste Norwegens insgesamt rund 25.000 Kilometer lang. Ohne diese wären nur gut 2.600 Kilometer. Immer dringen die Meeresarme weit in das Landesinnere ein und verlängern so die Küste. Am weitesten tut dies der Sognefjord, der mehr als 200 Kilometer in das Fylke Sogn og Fjordane hineinreicht. Sie sind es, die die Natur Norwegens so einzigartig macht und Jahr für Jahr tausende Touristen anziehen. Die weiten Wege um die Fjordarme und die Querungen mit den Autofähren gehören zu jedem Aufenthalt in Norwegen dazu, ganz besonders im fjordreichen Westen des Landes.

Was die Touristen hier reizt ist der Wirtschaft jedoch ein Hindernis. Transportwege und Lieferzeiten verlängern sich und die Kosten steigen. Auch verhindern die Fjorde in weiten Teilen des Landes den effektiven Ausbau des Schienennetzes, sodass Auto, Bus, Boot und Flugzeug die Hauptverkehrsmittel bleiben. Um die wachsende Wirtschaft zu unterstützen arbeitet die norwegische Regierung nun an einem Programm, um den Westen Norwegens zwischen Kristiansand im Süden und Trondheim im Norden schneller zu erschließen. Konkret ist hierfür geplant „trockene“ Fjordquerungen einzurichten, also bestehende Fährverbindungen durch Tunnel oder Brücken zu ersetzen und so die Route einerseits zu begradigen und andererseits die vorprogrammierten Wartezeiten auszuschließen. Die kürzlich veröffentlichten Studien lassen einen staunen. Die Rede ist von schwimmenden Tunneln und Brücken, die noch dazu Strom erzeugen sollen.

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Was sich im ersten Moment unbegreiflich anhört, ist vor allem den technischen Anforderungen geschuldet. Während der Drogdentunnel als Teil der Öresundverbindung zwischen Dänemark und Schweden die Ostsee an einer Stelle quert, wo diese nur etwas über 10 Meter tief ist, so weist allein der bereits angesprochene Sognefjord mit seinen gewaltigen Dimensionen eine Wassertiefe von mehr als 1.300 Metern und eine Breite von zumeist mehreren Kilometern auf. Zusammen stellen diese Werte die Ingenieure vor bislang noch nie bezwungene Herausforderungen. Da weder Tunnel noch Brückenpfeiler aufgrund der enormen Tiefe am Boden des Fjords befestigt werden können, sollen die einzelnen Elemente daher in Pontonbauweise schwebend im Wasser verbaut werden. Als Gezeitenkraftwerke könnten sie außerdem den Tidenhub zwischen Ebbe und Flut zur Energiegewinnung nutzen. Allerdings darf nicht die weitere Anforderung vergessen werden, dass die Fjorde schiffbar bleiben müssen.

Die Pläne sind insgesamt nicht neu, kommen aber nach einem ersten gescheiterten Anlauf in den späten 1980er Jahren nun erneut aufs politische Parkett. Ziel ist es die Fahrzeit zwischen Kristiansand und Trondheim bis 2035 von aktuell rund 20 Stunden auf 10 Stunden zu halbieren. Die Kosten für die schwimmenden Tunnel und Brücken werden aktuell mit rund 37 Millionen Euro beziffert.

So utopisch dieses Projekt auch klingen mag, ist es den Norwegern durchaus zuzutrauen es zu realisieren. Unvergessen ist der Schiffstunnel zur Umgehung des Stadshavet, der kurz vor der Realisierung steht und über den bereits im DNF-Magazin berichtet wurde.

Durch solch wagemutigen Infrastrukturprojekte positioniert sich Norwegen zunehmend als Vorreiter für innovative Verkehrssysteme, gerade auch in Kombination mit dem Faktor Nachhaltigkeit. Und bei der Vielfältigkeit und Komplexität der norwegischen Landschaft kann man sich sicher sein, dass noch weitere beeindruckende Projekte folgen werden.

17. August 2016


Dass der Klimawandel dem nördlichen Polarmeer schwer zu schaffen macht, ist allgemein bekannt. Den meisten angrenzenden Staaten ist dies auch bewusst, jedoch tun sich viele schwer, schützende Maßnahmen zu ergreifen. Vor der Küste Spitzbergens wurde jetzt mit einer spektakulären Aktion auf das drängende Thema aufmerksam gemacht.

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(Bildquelle: Wikimedia)

Der italienische Pianist Ludovico Einaudi hat Platz genommen, um auf seinem Flügel zu spielen. Nichts Besonderes soweit. Allerdings wird schnell klar, dass diese Darbietung eine ganz andere ist, als man von Pianomusik gewohnt ist. Einaudi spielt auf einer inszenierten Eisscholle vor dem kalbenden Wahlenberg-Gletscher im Nordmeer vor Spitzbergen.

Hier gehts zum beeindruckenden Video: Ludovico Einaudi spielt das "Klagelied für die Arktis"

Mit seinem Stück „Elegy for the Arctic“, zu Deutsch „Klagelied für die Arktis“, möchte er zusammen mit der Umweltschutzorganisation Greenpeace auf die Probleme des Klimawandels in der Arktis aufmerksam machen, die Tieren und Vegetation das Leben schwer machen. Anlass ist ein Treffen der OSPAR-Kommission. Die Abkürzung steht für Oslo-Paris-Kommission und bezeichnet den völkerrechtlichen Vertrag, der seit 1972 mehr und mehr die Verschmutzung und Vergiftung des europäischen Nordmeeres zu begrenzen und zu regeln versucht.

Gleichzeitig trumpft Norwegen mit der Nachricht auf, dass es als erstes Land den Pariser Klimavertrag ratifiziert hat und nun offiziell bis 2030 klimaneutral sein möchte. Gut, dass das gastgebende Land für den Videodreh als Beispiels für eine arktisfreundliche Klimapolitik vorausgeht.

23. Juni 2016



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