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Die mystische Welt der Runen

Denkt man an die Welt der Wikinger, dann hat man das Bild eines rauhen und kriegerischen Volkes aus dem Norden Europas vor Augen. Das ist sicherlich nicht ganz falsch, oft ist diese sichtweise aber durch unsere heutige Interpretation und zum Teil der Fantasie geschuldet. Schon damals waren die Skandinavier ein Volk von Seefahrern und reisten weithin über die Meere. Dabei hinterließen sie auch Zeichen - oft waren dies kurze Grüße in ihrer Schriftform: den Runen!

Runenstein

(Foto: Arne List)

Die Runen sind eine sehr alte Schriftform, die vor allem von den Wikingern benutzt wurde. Die Entsprechung zu unserem heutigen Alphabet war dabei das Futhark, benannt nach den ersten paar Schriftzeichen ihrer sogenannten Runenreihe - der Aufzählung aller Runen.

An der Art, wie manche Runen geschrieben oder welche Runen überhaupt verwendet wurden, kann man recht genau das Alter und die Herkunft der Inschrift bestimmen. Spannenderweise gab es anfangs keine genauen Regeln, wie geschrieben wurde. In der Forschung ist deshalb manchmal die erste Frage, ob von links nach rechts oder von rechts nach links gelesen werden muss.

Oft wurden Runeninschriften zur Beschriftung von Grabsteinen oder für Wegmarkierungen und sogenannte Brückensteine benutzt. Es gibt allerdings auch Runensteine, auf denen Geschichten erzählt werden oder die erbliche Beziehungen innerhalb von Familien regeln. Im kulturhistorischen Museum in Oslo gibt es hiervon viele verschiedene Beispiele!

Einen großen Schub erhielt die Runenforschung, als 1955 ein altes Hafenhaus in Bergen abbrannte und in den Trümmern gut 670 Holzstäbchen gefunden wurden, die mit Runen beschriftet waren. Diese Stäbchen dienten offensichtlich als früher Vorgänger unserer heutigen SMS und die gefundenen Relikte sind zwischen den Dielen des Bodens hindurch gefallen. Wie viele weitere derartige Funde noch unter den Dielen in Bergen und anderen skandinavischen Städten schlummern, kann wohl keiner auch nur erahnen.

Die zwei wohl exotischsten Runeninschriften finden sich hingegen in der heutigen Türkei, in der heutigen Moschee Hagia Sophia in Istanbul. Dort haben sich zwei Wikinger verewigt. Zugegeben waren sie nicht sehr kreativ, denn sie schrieben mehr oder weniger einfach nur: "Ich habe diese Runen geschrieben."

04. Oktober 2017


 

Ein bisschen mehr Norwegen in Deutschland

Es ist ein ganz normaler Vorgang. Immer wieder werden Wörter, die sich in der deutschen Sprache etabliert haben, in den Duden aufgenommen. Dieser gilt nach wie vor als Leitbuch der deutschen Sprache und stellt ein Abbild der aktuellen Kultur wieder. Dieses Jahr hat es das Wort "Hygge" in den Duden geschafft. Et lite stykke norsk språk i Tyskland!

Hygge

 (Foto: Kjell Jøran Hansen)

Fragt man ein deutsch-norwegisches Wörterbuch, was Hygge bedeutet, dann stößt man schnell auf die Übersetzung "Gemütlichkeit". Denkt man sich etwas tiefer in die norwegische Sprache ein, dann kommt man langsam aber sicher der größeren Bedeutung auf die Spur. Schließlich bedeutet das zugehörige Adjektiv "hyggelig" auch deutlich mehr als einfach nur "gemütlich" und wird auch in viel mehr Kontexten gebraucht.

Norwegerinnen und Norweger tun sich schwer damit, eine konkrete Übersetzung zu finden. Und auch Norwegenkenner haben keine genaue Definition. Hygge bezeichnet ein ganzes Lebensgefühl, das neben Gemütlichkeit auch Freundlichkeit und Gelassenheit umfasst. Es beschreibt das gemeinsame Miteinander wie auch die Ruhe für einen selbst. Man muss Hygge wirklich erlebt haben, um es mit seinem ganzen Wortwert zu verstehen.

Mit der Aufnahme dieses Wortes in den Duden, kommt ein Stückchen Norwegen nach Deutschland. Darüber freuen wir uns sehr! Hjertelig velkommen!!

 

Lesenswert ist hierzu auch der Artikel der Süddeutschen Zeitung: Hier entlang!

08. August 2017


 

Fjorde in Norwegen

Nichts prägt das Bild Norwegens in der Welt mehr als die vielfältigen Fjorde, die sich entlang der gesamten Küste ihren Weg ins Landesinnere bahnen. Sie sind das Ziel zahlreicher Urlauber, bilden die Kulisse vieler Ausflüge der Hurtigruten und beeindrucken allein anhand der imposanten Zahlen, die mit ihnen verbunden sind.

Einige interessante Fakten haben wir dafür zusammengestellt.

Naeroyfjord

 (Nærøyfjord | Foto: David Schroeder)

Fast 1.200 Fjorde sind in Norwegen benannt und wohl kaum einer weiß zu sagen, wie viele kleine Fjorde und Nebenarme noch ohne Namen ihr Dasein fristen. Zwei davon, Geirangerfjord und Nærøyfjord stehen zudem auf der UNESCO-Welterbeliste.

Mit dem Varangerfjord an der Grenze zu Russland im Norden bis zum Ringdalsfjord an der Grenze zu Schweden im Süden prägen sie das Landschaftsbild der norwegischen Küste. Tief eingeschnitten zwischen steilen Felsen ziehen sie sich von der Küste ins Landesinnere. Der längste Fjord, der Sognefjord, tut dies auf ganzen 204 Kilometern.

Doch ziehen sie sich wirklich von der Küste ins Landesinnere? Ja und nein. Zwar sind die Fjorde auf Meereshöhe und unterscheiden sich hierdurch von Flussmündungen und fließen nicht, jedoch sind sie geschichtlich von Land her entstanden. Die riesigen Gletscher der Eiszeiten haben die tiefen Furchen, die heute die Fjorde bilden, in Jahrtausende dauernder Arbeit ausgeschürft.

Diese unheimlich große Kraft, die dies bewirkt hat, erklärt auch die Tiefe der Fjorde. So ist der Sognefjord nicht nur der längste, sondern auch der tiefste Fjord des Landes. Gut 1.303 Meter ist er an der tiefsten Stelle tief.

Fjorde wie in Norwegen gibt es in dieser Weise sonst eigentlich nur in Neuseeland. Zwar wird der deutsche Begriff "Förde" in den skandinavischen Sprachen oft mit "Fjord" übersetzt, jedoch handelt es sich in der Entstehungsgeschichte um ein anderes Phänomen. Hier haben sich die Gletscher von See her ins Landesinnere geschoben. Die unterschiedliche Entstehung erklärt auch das unterschiedliche Erscheinungsbild. Beides für sich schön und dennoch so verschieden!

13. Juli 2017


 

Mitternachtssonne

Viele sehen im hohen Norden eine dunkle und kalte Gegend. Doch gerade in den Sommermonaten ist es nicht nur durchaus warm in Skandinavien, sondern die Sonne scheint vielerorts 24 Stunden. Gerade jetzt hat die Mitternachtssonne den Norden Norwegens wieder fest im Griff. Ein Spektakel für die Sinne!

Mitternachtssonne

(Bild: Flickr | Brainbitch)

Nördlich vom Polarkreis kann man das Phänomen der Mitternachtssonne bewundern. Jedes Jahr im Sommer verschwindet die Sonne für einige Zeit nicht hinter dem Horizont, sondern bleibt auch in der Nacht sichtbar. Umgekehrt taucht sie dafür im Winter, in der Polarnacht, oft für längere Zeit gar nicht mehr auf.

Am Nordpol und am Südpol sind Polartag und Polarnacht beide ein halbes Jahr lang. Auf ein halbes Jahr Sonne folgt ohne Übergang ein halbes Jahr Nacht. Dazwischen gibt es viele Facetten:

  • in Longyearbyen auf Svalbard bleibt die Sonne zwischen dem 18. April und 24. August über dem Horizont
  • am Nordkap geht sie vom 11. Mai bis 31. Juli nicht unter
  • und auch noch in Bodø bleibt sie vom 31. Mai bis zum 12. Juli über dem Horizont

26. Juni 2017


 


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