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Am 17. Mai 1814 wurde in Eidsvoll im Fylke Akershus die norwegische Verfassung beschlossen. Bis heute ist sie in Kraft und somit eine der am längsten kontinuierlich geltenden Grundgesetze. Seit 1836 wird dieser Tag jährlich als Nationalfeiertag mit vielen Festivitäten und Umzügen im ganzen Land begangen.

17 Mai

(Foto: Morten Brakestad/Stortinget)

Es ist ein Tag der Freiheit und der Demokratie. Die bunte Vielfalt wird auch durch die norwegischen Trachten deutlich, die von den allermeisten an diesem Tag getragen wird. Besonders für die Kinder ist es ein großartiges Fest! Neben dem Kinderumzug gibt es viele Spiele, große Portionen Eiskrem und natürlich zahllose Fahnen für Groß und Klein.

Jede und jeder zeigt sich von seiner besten Seite. Es wird am Umzug teilgenommen, gesungen und getanzt. Man feiert den König und die gesamte Königsfamilie, die vom Balkon des Schlosses dem Fahnenmeer zuwinkt.

Man feiert sich selbst.

Man feiert Norwegen!

17. Mai 2017


 

"Rettet die Rentiere", unter diesem Motto kündigte das norwegische Landwirtschaftsministerium die Abschussfreigabe für mehr als 2.000 Rentiere an, wie die dpa berichtete. Grund dafür ist eine schwere Gehirnerkrankung, die bei mehreren Rentieren und Elchen festgestellt wurde und durch die nun ergriffenen Maßnahmen an der Ausdehnung gehindert werden soll.

Rentiere

Es war ein Schock für Norwegen, dass sich die bisher nur in Nordamerika in Südkorea vorkommende Hirnkrankheit nun auch auf europäischem Boden aufgetreten ist. Chronic wasting disease -kurz CWD- heißt diese Krankheit, die der BSE-Erkrankung bei Rindern sehr ähnlich ist; beides sind Prionenerkrankungen.

Bereits im April 2016 wurde erstmals CWD bei einem Rentier in den Bergen zwischen Hemsedal und Lærdal festgestellt. Als Konsequenz wurden seitdem mehr als 11.000 Proben bei Rentieren, Elchen und anderem Rotwild entnommen. Die Bilanz: die unheilbare Krankheit wurde bei zwei weiteren Rentieren im Nordfjella und zwei Elchen in Sørtrøndelag festgestellt, womit die Gesamtzahl der Fälle auf fünf Anstieg.

Die einzige Möglichkeit, effektiv und nachhaltig gegen diese Krankheit vorzugehen, ist der Abschuss der gesamten Herde. Doch dieses Unterfangen ist wegen der großen und sich überschneidenden Gebiete keine leichte Aufgabe. Mit der Abschussfreigabe von rund 2.200 Rentieren in den Bergen zwischen Oslo und Bergen hofft das norwegische Landwirtschaftsministerium einen Fuß in die Tür zu kriegen und so die gesunden Rentiere vor einer Ansteckung zu schützen.

10. Mai 2017


 

Mit seiner Heimat verbindet man oft vieles. Bestimmte Städte, gewisse Traditionen, markante Berge. Viele heben solche Besonderheiten hervor. Beispielsweise geschieht dies durch eine besondere Vermarktung im touristischen Sinne. Wer kennt nicht Kölnisch Wasser, Lübecker Marzipan, Münchener Bier oder den Hamburger Michel? Manchmal werden Besonderheiten auch mit einem ganzen Staat verbunden, wie die Fjorde mit Norwegen oder das Opernhaus von Sydney mit Australien. Aber habt ihr schon einmal von den Fylkessteinen aus Norwegen gehört?

2016.11

(Anorthositformation im Fylke Rogaland. Quelle: Mikenorton)

Dass es in Norwegen beeindruckende Gesteinsformationen gibt, verwundert wohl kaum einen Nordreisenden mehr. Fast jeder, der das nordische Königreich einmal bereist hat, sah den Preikestolen oder den Kjeragbolten über dem Lysefjord, die Trolltunga am Sørfjord oder den Stetind am Tysfjord. Allesamt beeindruckende Naturdenkmale, allesamt aus Stein.

Die Beispiele zeigen, dass besonders kühn geformte Gesteinsformationen zu Bekanntheit und touristischer Bedeutung kommen können. Mit ihnen werden Fjorde, Landschaften und Regionen verbunden. In Norwegen geht die Verbundenheit jedoch weit über diese faszinierenden Ausflugsziele hinaus.

Seit den 1990er Jahren wird der Blick auch auf das Rohmaterial selbst gelegt. Der nationale Geologierat beschäftigte sich damit, welche Gesteinsart für die einzelnen Provinzen Norwegens, die Fylke, charakteristisch seien. Entsprechende Vorschläge wurden schließlich den politischen Instanzen in den Provinzen vorgeschlagen, die die Empfehlung entweder anerkannten oder eigene Vorstellungen einbrachten. Oft handelt es sich um Gesteine, die ausschließlich aus dieser Region stammen. So ist der Fylkesstein für Finnmark der Alta-Quarzit oder für Buskerud der Drammensgranit. Es gibt allerdings auch andere Gründe, wie Steine ausgewählt wurden. Für Svalbard ist beispielsweise die Steinkohle als Fylkesstein festgelegt. Dies beruht auf der besonderen wirtschaftlichen Bedeutung der Kohle für den Archipel im Nordmeer.

Bei der nächsten Reise in den Norden lohnt es sich einmal Ausschau nach den besonderen Gesteinsarten in den einzelnen Provinzen zu halten. So hat man etwas anderes, als die klassischen Touristenziele. Im Folgenden eine kurze Übersicht der einzelnen Fylkessteine:

Østfold: Iddefjordsgranit

Akershus: Rhombenporphyr

Oslo: Nordmarkit

Hedmark: Trysilsandstein

Oppland: Speckstein

Buskerud: Drammensgranit

Vestfold: Larvikit

Telemark: Brynestein

Augst-Agder: Grimstadgranit

Vest-Agder: Farsundit

Rogaland: Anorthosit

Hordaland:Koronit

Sogn og Fjordane: Eklogit

Møre og Romsdal: Gneis

Sør-Trøndelag: Trondhjemit

Nordland: Fauskemarmor

Troms: Sagvanditt

Finnmark: Alta-Quarzit

Svalbard: Steinkohle

14. November 2016


Johanna Wanka, die deutsche Bundesministerin für Bildung und Forschung, hat sich am 29. und 30. September mit ihrem norwegischen Pendant, Minister Torbjørn Røe Isaksen, zum bildungspolitischen Dialog in Berlin getroffen. Beide Länder wollen ihre Kooperation intensivieren.

Bildungsdialog

 (Quelle: BMFB)

Zwar ist Norwegen nicht Mitglied der Europäischen Union, jedoch ist es insbesondere im Bereich Forschung und Bildung sehr eng mit den anderen europäischen Staaten verbunden. Dies zeigt sich vor allem in den Programmen ERASMUS, das Studenten die Möglichkeit bietet eine Zeit lang im Ausland zu studieren, und Horizont 2020, das europaweit Innovation und Entwicklung fördern soll.

Im akademischen Jahr 2013/2014 schwärmten insgesamt 1.666 norwegische Studenten und weitere 713 Lehrpersonen und Wissenschaftler an andere Universitäten in Europa aus. Deutschland war dabei nach Großbritannien bei der Beliebtheit auf dem zweiten Platz. In der anderen Richtung kamen im gleichen Jahr 4.806 Studenten und weitere 657 Lehrpersonen und Wissenschaftler aus anderen europäischen Ländern nach Norwegen. Hier war Deutschland mit rund 25% das Land mit dem größten Anteil.

Sowohl Ministerin Wanka wie auch Minister Isaksen unterstrichen in ihren Reden die bereits gute Zusammenarbeit der beiden Länder, die sie als die innovativsten in Europa bezeichneten. Besonderen Fokus legten sie dabei auf die Polarforschung und die Meeresbiologie, wo die Zusammenarbeit bereits sehr gut funktioniert.

Beide sehen allerdings auch Potenzial für einen weiteren Ausbau der Kooperation. Johanna Wanka nannte in diesem Zusammenhang den großen Vorsprung Norwegens in der Elektromobilität als Vorbild für Deutschland. Jede dritte Neuzulassung in Norwegen ist inzwischen ein Hybrid- oder reines Elektrofahrzeug. Von norwegischer Seite ist die sogenannte „Deutschlandstrategie“ zu nennen, die sich zum Ziel gesetzt hat bis zum Jahr 2030 mit einem hohen Einsatz an Forschungsmitteln die Kontakte und Kooperationen zwischen Deutschland und Norwegen besonders in den Bereichen Energie, Klima und Umwelt zu intensivieren.

Da dies auch über persönliche Erfahrungen und Kontakte, wie beispielsweise das ERASMUS-Programm, erfolgen soll, ist auch das Engagement des Deutsch-Norwegischen Jugendforums eine Erwähnung wert, das sich für den jugendlichen Austausch der beiden Länder einsetzt. Dieses feierte unlängst sein 10-jähriges Bestehen, zu dem unter anderem der DNF-Vorsitzende Franz Thönnes und Europa-Staatssekretär Michael Roth gratulierten.

Viele Schritte also hin zu einer stärkeren und engeren Kooperation zwischen Deutschland und Norwegen.

03. Oktober 2016



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